Author Archive for Wolfgang George Dr.

Reaktionen auf die Gießener Studie 2022 zu den psycho-sozialen und pflegerisch-medizinischen Sterbebedingungen in deutschen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

Gießen, den 22.06.2022                                                      Knapp 4 Wochen nach Freischaltung der Studie, wird in verschiedenen (Fach-) Medien auf diese hingewiesen. Sowohl im Umfeld der Pflege als auch der Medizin und dem Management von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Es ist das Ziel nicht nur die unterschiedlichen beruflichen Fachgruppen zu erreichen, sondern auch aus möglichst allen Bundesländern Krankenpflegepersonal, Ärzte/-innen, Seelsorger/-innen und andere Therapeuten zu erreichen. In einem 10-minütigen „podcast“ für „berufliche Helfer“ der Aptheken-Umschau, wurde am 22.6.2022 über die Motivation, Ziele und Möglichkeiten zur Teilnahme an der Studie berichtet. Unter folgenden Link ist der „podcast“ abrufbar https://www.apotheken-umschau.de/podcast/serie/ne-dosis-wissen-der-podcast-fuer-health-professionals-800579.html

Neue Gießener Studie 2022 stellt die psycho-sozialen Bedingungen des Sterbens in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in den Fokus

 

TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung initiiert erneut umfassende empirische Studie zur aktuellen Betreuungs- und Versorgungslage von Schwerstkranken und Sterbenden

Gießen, 25. Mai 2022            Es ist genau 10 Jahre her, dass das Team um Prof. Wolfgang George, Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung, 2012 in einer deutschlandweiten Studie die psycho-sozialen und medizinisch-pflegerischen Bedingungen der Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Patienten/-innen in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen ermittelte. Angeschlossen wurde dabei an eine frühe Studie aus den 80er Jahren.  Seit 2012 ist einiges rund um die Versorgung Sterbenden geschehen, es hat neue Gesetzeswerke gegeben wie etwa dasjenige zur Stärkung der hospizlichen und Palliativversorgung (HPG 2015). Auch der gesellschaftliche Wille zu einer weitergehenden Einbindung der Betroffenen – wie beispielsweise durch das Advance-Care-Planing Verfahren (ACP) in den stationären Pflegeeinrichtungen vorgetragen – wurde unüberhörbar formuliert. Es sind aber auch äußere Umstände wie insbesondere die mit der Corona Pandemie einhergehenden Auswirkungen, die den Versorgungsalltag im Krankenhaus und den Pflegeeinrichtungen zum Teil erheblich betroffen haben und noch immer betreffen.All dies sind gute Gründe, um sich ein aktuell gültiges Bild zur Versorgung Sterbender – aus der Perspektive der betroffenen Helfer/-innen – zu machen. Und damit zugleich auch die Frage zu beantworten, wie sich die Versorgung im unmittelbaren Vergleich innerhalb der vergangenen 10 bzw. 35 Jahre weiterentwickelt hat? Wie in den vorausgegangenen Studien gibt es keine finanziellen oder anderen Interessen, welche die Fortschreibung der „Gießener Studien zu den Sterbebedingungen“ beeinflussen. Die Ergebnisse werden in den Fachzeitschriften, einer Studienwebsite und in anderer Form veröffentlicht und kommuniziert. Um die Situation zu beschreiben, wird ein leicht angepasster Fragebogen verwendet, der in ungefähr 15 Minuten gut zu beantworten ist. Dieser richtet sich an die Mitarbeiter/-innen von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Hospizen.Erfasst werden Art und Ausmaß der geübten Kommunikation und Information, die Qualität der Ausbildung, das Ausmaß der Einbeziehung der Angehörigen, der Symptomkontrolle und andere wichtige psycho-soziale, aber auch medizinisch-pflegerische Aspekte der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden. Der Online-Fragebogen ist unter https://www.sterbestudie.de/ hinterlegt und kann ab 25. Mai 2022 dort unmittelbar beantwortet werden. Erste Studienergebnisse sollen ab Ende des Jahres vorliegen.

Fehlendes Endlichkeitsbewusstsein und die Krisen im Anthropozän

Gießen, den 16.5.2022                    Das geplante Buch zum Themenkomplex „Eigene Endlichkeit“, hat eine Titelanpasung erhalten und wird am 15.10.2022 unter dem Titel: Fehlendes Endlichkeitsbewusstsein und die Krisen im Anthropozän im Psychosozial-Verlag erscheinen.

Nähere Informationen zu den Autoren und Inhalten unter: http://www.eigene-endlichkeit.de

COVID-Pandemie: Defizite der Angehörigenintegration sichtbar

 

Gießen, den 1.4.2022                      Bei ungefähr 85% der an (oder mit) COVID-Verstorbenen konnte der Nachweis geführt werden, dass diese definitiv an dem Coronavirus verstorben sind. Die Frage der Übersterblichkeit, der 129.000 allein in Deutschland an diesem Virus verstorbenen Menschen ist zwischenzeitlich durch mehrere Studien weitestgehend geklärt. Immerhin waren ca. 7.000 der ca. 129.000 Verstorbenen jünger als 60 Jahre und weitere 13.000 jünger als 70 Jahre. Ein Ende des Sterbens ist ebenso wenig absehbar wie ein Endpunkt der gegenwärtigen, weiterhin durch zahlreiche unbekannte bzw. schwer einschätzbare Variablen geprägten, pandemischen Lage. Allein der bisherige Pandemietreiber, immer neue Mutationen, ist durch die hohen Inzidenzen vitaler denn je. Klar ist, dass das Sterben in den Regionen und Bundesländern mit niedriger Impfdurchdringung signifikant höher ist als in solchen mit hoher Impfrate. Auch dies kann nicht wirklich überraschen. Die allermeisten COVID-Verstorbenen – man kann von 90% ausgehen – haben ihre letzten Tage im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim – weitgehend isoliert von ihren Angehörigen und sozialem Umfeld – verbracht. Zur Orientierung: Täglich versterben in Deutschland – unabhängig von der Pandemie – ca. 2100 Menschen in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen. Weitere 210-420 täglich Verstorbene, also ungefähr 10-20% Übersterblichkeit sind für die Betroffenen eine Tragödie, werden aber durch die professionellen Leistungsanbieter in den Krankenhäusern und Heimen nahezu „geräuschlos“ bewältigt. Auch ohne Pandemie waren nicht alle Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gleich gut auf die Versorgung Sterbender – trotz unzweifelhaft erreichter Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten – vorbereitet. In Krisenzeiten werden die bis heute bestehenden Defizite offensichtlich. Beispiel Angehörigenintegration: Viel zu häufig wurde und wird den Angehörigen in den zurückliegenden Pandemiejahren der Zugang erschwert oder gar unmöglich gemacht. So besteht ein – berechtigter Weise – komplexes und aufwendiges Hygiene- bzw. Pandemieregime gegenüber den sehr häufig alten Angehörigen, die sich – zugleich aufgrund einer völlig unverständlicher Weise fehlenden Impfpflicht der Beschäftigten – nicht sicher sein können, ob nicht mit zweierlei Maß gemessen wird! Beispiel Patientenverfügung und vorausschauende Lebensplanung: Die z.T. völlig schief verlaufene Debatte um die Triagierung bzw. wer welche Behandlung erhält lassen die bestehenden Wissens- bzw. Kommunikationsdefizite bis hin in die Verbands- und Medienwelt erkennen. Dabei war nie klarer, dass die Menschen Patientenverfügungen und vorausschauende Lebensplandung und mit diesen einhergehenden Festlegungen etwa zur Inanspruchnahme intensivmedizinischer Betreuung benötigen. Und zwar vor deren stationären Aufenthalt und vor pandemischen oder anderen Krisen.

 

Leitfaden für Städte und Gemeinden zur Verbesserung der Versorgung von Menschen in deren letzten Lebensphase

Gießen, den 1.4.2022     Auch im Jahr 2022 kann die Versorgung von Menschen in deren letzten Lebenshase qualitativ verbessert werden. Die Situation in der COVID Pandemie zeigt sehr eindrucksvoll auf, was alles nicht funktioniert bzw. einer Verbesserung bedarf. In einer Veröffentlichung in der Zeitschrift „pflegen:palliativ“, gemeinsam mit Karl-Christian Schelzke (ehemaliger Geschäftsführer des Hessischen Städte- undGemeindebundes), Thomas Sitte (Vorstand der Deutschen PalliativStiftung) und Karsten Weber (Professor OTH Regensburg) wird aufgezeigt wie Kommunen zugunsten der regionalen Versorgun tätig werden können. Das im Beitrag beschriebene Projekmanagement fokussiert dabei auf die Rolle der Kommune als zielleitender Koordinator.

Beitrag Palliativ:pflegen Kommunaler Leitfaden

 

Vortrag am 16.3.2022 Wissen um die (eigene) Endlichkeit als integrales Element der Anthropologie

Gießen, den 24.2.2022                     Am 16. März geht es weiter mit der VDW – Reihe „Was heißt wissen?“. Anläslich dieser hält Wolfgang George einen Vortrag.Nähere Informationen zur Veranstaltung, dem Vortrag und wie Sie sich anmelden können finden Sie in dem angehängten Veranstaltungsflyer.

Einladung_Was heißt wissen – Teil 5

Regionale Gesundheitsversorgung: Vorgehen zur Verbesserung der Betreuung Sterbender / Onlineveranstaltung am 16.2.2022

Gießen, den 20.1.2022               Um die Versorgung von Menschen in deren letzten Lebensphase auf bestmöglichen Niveau zu sichern, ist ein regional abgestimmtes Vorgehen – im Prinzip der Regionalen Gesundheitsversorgung – notwendig. Nur so gelingt es die Perspektive des von den Bürgern formuliertren Willen, ein häusliches Sterben zu ermöglichen nicht aus den Augen zu verlieren, denn bis heute versterben ungefähr 80% der Menschen in stationären Einrichtungen. Was nicht bedeutet, dass diese Sterbeorte nicht auch ein hohes Maß an bestmöglicher sozialer, pflegerischer und medizinischer Versorgung sichern können. Ein durch den G-BA Innofond in den letzten 3 Jahren gefördertes Projekt (Avenue-Pal) zeigt auf, wie vorgegangen werden kann. Ziel der Veranstaltung ist es regionalen Netzwerken, Initiativen, Versorgungseinrichtungen und kommunal Verantwortlichen beispielhaft aufzuzeigen wie in „ihrer Region“ vorgegangen werden könnte. Nähere Informationen zu den Inhalten und Referenten und auch der Anmeldung erhalten Sie in dem angehängtem Flyer:

Veranstaltung GZW 16 2 22

 

Zur menschlichen Angst in Entstehung und Auseinandersetzung mit dem Anthropozän

Gießen, den 8.12.2021                        Fortschritt als Programm der Angstkontrolle  Die Bedeutung des Einflusses menschlicher Angst sowohl in der Entstehung, dem Erhalt, vor allem aber in der Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Anthropozäns, wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust, sozialen Ungleichheiten und anderen Symptomen, ist bis heute nicht angemessen untersucht. Soll deren Einfluss unter funktionaler Zuordnung präzisiert werden, gilt es neben dem zeitlichen Verlauf auch die soziale Wirkfläche zu definieren. Für die eingeführten Thesen sollen vier soziale Manifestationen der Angst unterschieden werden: das Individuum, mögliche Gruppen, wirtschaftliche Unternehmen, westliche Gesellschaften.  Auch bedarf es einer Definition dessen, was an dieser Stelle unter Angst zu verstehen ist. Dies begründet sich vor dem Umstand, dass bis heute unterschiedliche Akzentuierungen verwendet werden. Angst soll hier als ein durch äußere wie innere Reize verursachter von negativen Kognitionen begleiteter physiologischer Erregungszustand verstanden werden, in dessen Folge unterschiedliche kurz- und auch längerfristige Verhaltensweisen – vom Erstarren, Passivität, Rückzug bis hin zur Flucht oder Aggression – zu beobachten sind. Nicht nur für die Emotionspsychologen und Verhaltensforscher gehört die Emotion Angst als Reaktion auf real oder auch vermeintlich Bedrohliches zu einer der notwendigen Grundmerkmale der menschlichen Art, die dessen Überleben in der Evolution mitentscheidend, erst ermöglichte und bis heute eine Schutzfunktion besitzt. Zugleich kann der historische, zivilisatorische, politische, technische und gesellschaftliche Fortschritt als ein beständiges Programm der Reduktion unterschiedlicher Ursachen der Angst aufgefasst werden. Angst etwa vor physischer Vernichtung durch Gewalt, Krieg, Hunger, Krankheiten ist ebenso weitgehend rückgeführt, wie diejenige die aus sozialer Repression und Ausgrenzung folgt. Diese Ursachen sind auf ein nie gekanntes minimales Maß in zumindest unserem Teil der Welt reduziert.

http://www.eigene-endlichkeit.de

 

Warum wir eine Bestimmung dessen, was den Menschen und sein Verhalten begründet, zwingender denn je benötigen

Gießen, den 5.12.2021     Wenn es wahr ist, dass sich das Anthropozän maßgeblich durch kumulierte, sich wechselseitig beeinflussende Folge-, Neben- und Fernwirkungen menschlichen bzw. zivilisatorischen Verhaltens begründet, muss der Fokus weit stärker als bisher auf den Menschen und dessen Verhalten gerichtet werden. Weitere Informatiomnen hierzu:

http://eigene-endlichkeit.de

Impfpflicht und Wahlpflicht

Gießen, den 3.12.2021                  In einem Interview der Wochenschrift „der Freitag“ vom 27.10. bringt es der Soziologe Harald Welzer auf den Punkt: „Mit dieser Logik des permanenten Immer mehr wird man Endlichkeitsprobleme nicht bewältigen können“. Dem ist zuzustimmen. Unter mühsamen Weg gelangt das Evidente zum Ausspruch, auf noch steinigeren zur allgemeinen Anerkennung und das zielführende Programm notwendiger Umsetzungen ist bestenfalls in der Ferne auszumachen. Gerne nach 2030. Diese Art des lavierten Vorgangs eint – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und auch die um die Endlichkeit. Der Klimaforschung und deren Vertreter ist es zwischenzeitlich gelungen, eine breite Akzeptanz der Problemeinsicht und auch wie mögliche Lösungspfade aussehen könnten, herzustellen. Ob und in welcher Art und Weise die (bisher nicht etablierte) allgemeine Impfpflicht mit einer (bisher nicht einmal angedachten) allgemeinen Wahlpflicht korrespondiert und was dies mit der Eigenen Endlichkeit und dem Anthropozän zu tun hat, erfahren Sie auf:

http://www.eigene-endlichkeit.de

 

Sterben als Teil des Lebens, nicht nur in Zeiten der Pandemie

Gießen, den 2.12.2021        Würden die von der UNO verfolgten Sustainable Developement Ziele (SDG) bis 2030 für die dann 8,6 Mrd. Menschen bei gleichzeitigem Wachstum realisiert, sind erheblichste Überbelastungen – nicht nur der biologischen Systeme – absehbar. Sollen die anlässlich COP 26 in Glasgow verabredeten Reduktionsprogramme realisiert werden, so befindet sich die Erde immer noch auf einem Entwicklungspfad der auf zu einer größer als 2,4 Grad Erwärmung führt.  Es ist völlig eindeutig: wenn nicht reduziert, zurückgenommen, rückgebaut und erhalten, länger verwendet, kleiner gebaut, repariert, weniger gekauft, mehr getauscht, entschleunigt, bewusster geplant und wahrgenommen etc. wird, kurzum die Wachstumsspirale angehalten und rückgeführt wird besteht keine Chance, weder für eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit den Ursachen die den Klimawandel befeuern noch dazu, dass den Menschen der 3. Weltländer gleichwertige Lebensverhältnisse ermöglicht werden. Weitere Informationen:

http://www.eigene-endlichkeit.de

 

 

Österreichische KRAGES Krankenhäuser erhalten auch 2021 die Auszeichnung mit dem Deutschen Palliativsiegel

 

Erneut konnten die Krankenhäuser der KRAGES-Gruppe im Burgenland anlässlich der KTQ-Visitation eine sehr gute Versorgungsqualität von Patienten in deren letzten Lebensphase aufzeigen

Gießen, 10 November 2021   Im Zeitraum vom 20. bis zum 20. September wurden die vier Krankenhäuser Oberwart, Güssing, Oberpullendorf und Kittsee in Österreich erneut mit dem Deutschen Palliativsiegel ausgezeichnet. Im Rahmen einer KTQ-Zertifizierung konnten die Krankenhäuser (erneut) nachweisen, dass diese über eine hervorragende Qualität in der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden verfügen. Das seit 2015 existierende Siegel wurde bereits zum dritten Mal an die Krankenhäuser der Krankenhausträgergesellschaft Burgenland verliehen.

 

Palliativsiegel

Neue „Regionale Versorgungsleitlinie“ für das Krankenhaus zur Verbesserung der Versorgung von Menschen an deren Lebensende

Gießen, den 14.10.2021                                                                  Als wesentliches Ergebnis eines durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen-Bundesausschuß geförderten Projektes „Analyse und Verbesserung des sektor- und bereichsübergreifenden Schnittstellen- und Verlegungsmanagements in der Palliativversorgung“ (Avenue-Pal) wurden in Kooperation mit dem Marburger Institut der Akademie der Medizinischen Wissenschaften (AWMF) zwei Leitlinien entwickelt, unter deren Anwendung es zu einer signifikanten Reduktion nicht indizierten Verlegungen Sterbender kommen sollte. Angeschlossen wird an den Sachverhalten, dass der weitaus größte Teil aller Deutschen ihre letzten Lebenstage im Krankenhaus (ca. 50%) oder Pflegeheim (ca. 30%) verbringen, obwohl Studien immer wieder zeigen, dass sich der weit überwiegende Teil der Bevölkerung wünscht, zu Hause zu versterben. Bei der Analyse der letzten Lebenstage fällt darüber hinaus auf, dass – obwohl bereits die Mehrzahl stationär versorgt wird – ein nicht unerheblicher Anteil nochmals in eine andere Einrichtung bzw. auf eine andere Station / Bereich verlegt bzw. überwiesen wird. Eigenen und wenigen anderen Studien folgend betrifft dies ca. 20% aller Patienten im Krankenhaus und 25% aller Bewohner stationärer Pflegdienste (1). Damit wären jährlich deutschlandweit annähernd 150.000 Patienten betroffen, zu denen noch all diejenigen hinzukommen, die zum Sterben von zu Hause in ein Krankenhaus verlegt werden. Ziel der vorgestellten Leitlinie ist es Verlegungen von Menschen in deren letzten Lebensphase die weder aus sozialen, noch aus pflegerisch-medizinischen und ethischen Begründungen nicht indiziert sind zu verhindern.

Krankenhaus Leitlinie Fassung 6.5

Entscheidungshilfe für Notärzte

Gießen, den 24.9.2021                    Anlässlich des DGAI-Kongresses am 17.9.2021 in Berlin bestand die Möglichkeit die im Rahmen des Avenue-Pal Projektes entwickelt Entscheidungshilfe für Notärzte relevanten Handlungsakteueren vorzustellen. Die Entscheidungshilfe soll dem Notarzt geeignte Unterstützung in dem von diesem zu treffenden Entscheidungen und des Vorgehens im Falle eines „palliativen Notfalls“ an die Hand geben. Insbesondere für dessen Einsatz im ambulanten Umfeld als auch in der pflegestationären Versorgung. Bei aller bestehenden Handlungsverpflichtung im Fall des „notfallähnlichen“ (palliativ) Einsatzes wird deutlich, wie wichtig die vorausschauende Planung und Abstimmung zwischen den betroffenen Akteuren ist und das die „hinzugezogene“ notärztliche Versogung besonders betrifft. Der Vortrag und eine Kurzform der Entscheidungshilfe finden Sie unten:

Vortrag DGAI 2021 EH Notarzt

Flyer Entscheidungshilfen_Notärzte

Die Versorgung von Menschen in deren letzter Lebensphase unter Anwendung einer Leitlinie qualitativ verbessern / Zoom Informationsveranstaltung am 12.10.2021 14.00 – 15.30 Uhr

Gießen, den 21.9.2021                          Ziel der 1,5 stündigen Veranstaltung ist es die Versorgungsleitlinie und die bisher gesammelten Erfahrungen in deren praktischen Einführung vorzustellen. Dabei sind es genau diese Umsetzungserfahrungen, welche die Entwickler ermutigen, die Leitlinie über die ersten Projekte hinaus deutschlandweit zu multiplizieren.  So wird anlässlich der einführenden Informationsveranstaltung auch das Know-How (Projektmanagement) erkennbar gemacht werden, wie von einer Standortbestimmung der eigenen Einrichtung ausgehend, durch umsichtige Planung ein erfolgreiches Projekt – d.h. die Umsetzung der Leitlinie – gelingen kann. Hierzu sind auch verschiedene im Projekt entwickelte Werkzeuge (Entscheidungshilfen, Informations-, Beratungs- und Schulungstableau etc.) zielführend. Nähere Info bzw. Anmeldung siehe attach:

 

Einladung Infoveranstaltung

Soziale Teilhabe bis zuletzt: Leitfaden für Kommune

Gießen, den 14.09.2021           Sich um die Menschen in Ihrer Gemeinde zu kümmern, die sich in ihrer letzten Lebensphase befinden, erscheint zuerst einmal nicht als unmittelbare Aufgabe der Gemeinden/Städte und damit des Bürgermeisters. Gleichwohl haben wir in ein einem durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) geförderten und in Mittelhessen durchgeführten Projektes gesehen, wie bedeutungsvoll das Verhalten der Gemeinde / der Stadt in der Mitgestaltung letzten Lebensphase ist. Dabei kommt dieser eine ergänzende, insbesondere koordinative Funktion zu. Keinesfalls finden die regionalen Akteure, Pflegeeinrichtungen, niedergelassene, Krankenhaus, Hospizdienst u.a. immer in der wünschenswerten Form zusammen. Vor diesem Hintergrund haben wir gemeinsam mit der Deutschen Palliativstiftung einen „Leitfaden“ für Kommunen entwickelt, den wir allen interessierten Gemeinden rsp. Bürgermeistern an dieser Stelle zur Verfügung stellen. Weitere Projektinformationen auch unter www.avenue-pal.de

Leifaden Kommune Betreuung von Menschen im letzten Lebensabschnitt

Neue Website für Projekt Eigene Endlichkeit ab 1.9.2021 freigeschaltet

Gießen, den 28.08.21                                                Ab 1.9.2021 wird eine eigene Website für das Projekt „Eigene Endlichkeit“ freigeschaltet. Im Mittelpunkt der Website steht bisher das Buch: „Grenzen des Wachstums: Eigene Endlichkeit“. Aber es geht natürlich um mehr als um eine Buchankündigung. Die Website hat das Ziel, interessierte Leser/-innen zu erreichen, die sich nicht nur für die nüchterne Tatsache und überwältigende Auswirkung der eigenen Endlichkeit interessieren, sondern darüber hinaus, aufgrund diesem zumeist ungeklärtem Verhältnis – sowohl auf individueller als auch gesellschaftlericher Ebene – sich auch für die hieraus resultierenden Komplikationen. So werden nicht nur die Autoren/-innen und deren zu erwartende Texte berichtet, sondern es werden auch erste erweiternde Anregungen hinterlegt.

http://www.eigene-endlichkeit.de

 

Tag der Regionen 2021 / Existenzgründung: „Es ist noch jede Menge Luft nach oben“

Gießen, den 10.8.2021                                  In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Das Parlament“ (Heft 32-33 9.8.) ist das Leben im ländlichen Raum Themenschwerpunkt. An mehreren Stellen wird darauf hingewiesen von welch großer Bedeutung das Thema „Existenzgründung“ für den Erhalt bzw. die Fortentwicklung (Innovation!) des ländlichen Raums ist und das hierbei (den tatsächlich vollzogenen Existenzgründungen) Defizite zu konstatieren sind. Wir jedenfalls, wollen den Tag der Regionen 2021 – das 6 mal – zu genau diesem Zweck verwenden und laden hierfür zu einer kleinen, sonntäglichen Diskussionsrunde am 19.9.2021 nach Heidenrod ein. Näheres zu Ort, Uhrzeit und den Referentenim Flyer.

Flyer Tag der Regionen 2021 Heidenrod

Projekt und Buch (Teil 2): „Die Grenzen des Wachstums: Eigene Endlichkeit“

Gießen, den 29.7.2021                         Die  23 Autoren/-innen und die Kapitel des im Herbst des kommenden Jahres erscheinenden Buches „Die Grenzen des Wachstums: Eigene Endlichkeit“ stehen fest und können in der pdf wahrgenommen werden. Eine Website zum Thema wird zu Beginn des Monats September 2021 unter www.eigene-endlichkeit.de freigeschaltet werden.

Buch Eigene Endlichkeit

 

 

Einsamer Abschied mitten in unserer Gesellschaft

ALLEINGANG

Gießen, den 16.07.21                     Einsamer Abschied mitten in unserer Gesellschaft „Wie können wir auch nach dem Tod geliebter Menschen unsere Fürsorge für sie zeigen?“ fragt Dr. Dirk Pörschmann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal und Leiter des Museums für Sepulkralkultur in Kassel. Wie gehen wir mit Sterben, Abschied und Bestattung um? Kommt allen Menschen eine Fürsorge nach dem Leben und Sterben zu? Am Beispiel ordnungsbehördlicher Bestattungen wenden Dirk Pörschmann, Filmemacher Raphael Schanz und Urnenbegleiter Bernd Simon den Blick auf ein wenig beachtetes Thema, den einsamen Abschied. Schanz gewährt Einblicke in seinen aktuellen Kurzfilm. Jedes Jahr werden fünf bis zehn Prozent aller verstorbenen Berlinerinnen und Berliner von den Ämtern bestattet. Die meisten von ihnen werden von Urnenbegleiter Bernd Simon im Alleingang unter die Erde gebracht. Ein beobachtender Dokumentarfilm über einen Bestatter, der eigentlich Animateur werden wollte, ein skurriles Städteporträt und ein Spiegel unseres Umgangs mit Tod, Trauer und Erinnerung.

Moderiert wird das Gespräch von Philipp Lemmerich, Deutschlandfunk.

31. August 2021 | 19 Uhr
Ort: KörberForum, Kehrwieder 12, 20457 Hamburg
Freier Eintritt
Anmeldung ab 14 Tage vorher unter www.koerberforum.de
oder im Livestream über www.koerber-stiftung.de

Veranstalter ist die Körber-Stiftung

Projekt und Buch: „Die Grenzen des Wachstums: Eigene Endlichkeit“

Gießen, den 10.7. 2021           Kennzeichen des gegenwärtigen, von den Geophysikern als Anthropozän – das von der Menschheit gemachte – bezeichnete Erdzeitalter, ist der Golfschläger, in seiner abrupt nach oben gebogenen beschreibenden Form des exponentiellen Wachstums. Wachstum von allem „Menschengemachten“, bei sich gleichzeitig einstellenden Mangel und Verlust all dessen, was als „Natürlich“ zu bezeichnen ist.

Die Folgen der Missachtung der Grenzen wirtschaftlichen Wachstums sind erkennbarer denn je, denn all die kleineren und großen Neben-, Fern- und Folgewirkungen menschlichen Handelns haben sich in den letzten 20 Jahren – auf einem hohen Niveau anschlussnehmend – nochmals der Art kumuliert, dass nicht nur die biologischen Systeme auf deren Dekompensation zusteuern bzw. bereits irreversibel dekompensiert sind. Welche Rolle die bis heute weitestgehend unreflektierte, individuelle und gesellschaftliche Verleugnung der Tatsache der Endlichkeit menschlichen und damit des eigenen Lebens besitzt, bleibt in den geführten Ursachenbestimmungen unbeschrieben oder nicht gehört. Eine aktuelle empirische Arbeit an der annährend 1500 Personen teilgenommen haben unterstreicht, dass ein echtes Verständnis der eigenen Endlichkeit in der Bevölkerung oftmals fehlt, gleichzeitig popkulturelle Bilder der vermeintlichen Unsterblichkeit weitverbreitet sind und somit ein Bewusstsein für die auf Zeit gestellte Existenz fehlt. Die Herausgeber sind der Ansicht, dass dieses fehlende Verständnis Krisensituationen verschärft (bspw. durch fehlende Solidarität sowohl auf lokaler, regionaler oder globaler Ebene) bzw. ein Endlichkeitsbewusstsein in Krisensituation Quelle von Resilienz sein und bspw. im Zusammenhang mit der prekären Umweltsituation vermitteln könnte, dass Endlichkeit zur „conditio humana“ in allen Lebensvollzügen und -bereichen gehört. In wissenschaftlichen Kontexten, aber noch viel mehr in zivilgesellschaftlichen Zusammenhängen – auch im Rahmen altersangemessener Bildungsprozesse – sollte daher, jenseits religiöser oder weltanschaulicher Diskurse, ein besseres Verständnis der eigenen Endlichkeit geweckt und realistische und auch praxistaugliche Wege gezeigt werden, wie das Defizit zu überwinden ist. So wurden 22 Autor*innen gewonnen, die durch ihre wissenschaftliche / fachliche und auch auf Lebenserfahrung begründete Perspektive, dem Leser eine Zusammenschau bzw. Überblick zum Thema und auch eine Nachbetrachtung der Corona-Pandemie zu ermöglichen.

Symposium am 6.Mai 2021

Die Verbesserung der Situation Sterbender durch Stärkung der Kompetenzen und Strukturen am Ort der letzten Tage und Stunden, lautete die zentrale Zielstellung eines mit 2 Mio. € durch den Innofond des Gemeinsamen Bundesausschuss für Gesundheit (G-BA) geförderten Projektes.

Konkret, sterbende Menschen sollen nicht länger unnötigen Verlegungen zwischen und innerhalb der Versorgungsdienstleister ausgesetzt sein. Dies betrifft mehr als 150.000 Personen jedes Jahr.

Um dieses Ziel zu erreichen wurde nach bestmöglichen auch wissenschaftlichen Methoden das notwendige Handwerkszeug und ein Vorgehenspfad in Form von Leitlinien identifiziert. Diese wurden in einer großen Pflegeeinrichtung und einem Universitätskrankenhaus stellvertretend für viele tausende bundesweit betriebene Krankenhäuser und Pflegeheime im „Normalbetrieb“ eingeführt und wo nötig, hilfreich verbessert.

Die Ergebnisse sind eindeutig: die Zahl der Verlegungen werden erheblich rückgeführt, die Zufriedenheit der Betroffenen und beruflichen Helfer ist vorhanden. Auch die Einrichtungsleitung bzw. Trägergesellschaften können von dem Prozess profitieren. Insgesamt 20 Referent/-innen geben einen Einblick, warum dies möglich wurde und warum das Projektteam glaubt, dass sich ein bundesweiter Transfer lohnt.

 

Zur Anmeldung:

Symposium 2021

Existenzgründung in Bad Endbach

Gießen im November 2020     Existenzgründungen in Bad Endbach strategisch zu ermöglichen ist das Ziel des Vorgehens. Hierzu wird eine Vitalisierunganalyse für die Gemeinde durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Juli den Gemeindevertretern vorgestellt. Im Septmber 2021 werden dann interessierte Personen zu einem Work-Shop eingeladen. Nähere Informationen im Beitrag.

 

Bad Endbach

Beitrag in Zeitschrift für medizinische Ethik // Ethische Problemlagen durch die Verlegung sterbender Menschen zwischen verschiedenen Versorgungsorten und -einrichtungen

Gießen, den 2.6.2020               Der Beitrag soll auf die Verlegung sterbender Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen aufmerksam und dabei entstehende ethische Problemlagen bzw. Herausforderungen erkennbar machen. Grundlage sind Studien zur Versorgungspraxis; jeder vierte sterbende Heimbewohner und jeder fünfte sterbende Krankenhauspatient wird inder letzten Lebensphase verlegt. Ursachen hierfür sind vielfältig und betreffen medizinisch-pflegerische, soziale, organisatorische sowie ökonomische Faktoren. Häufig werden Verlegungen notfallähnlich aus überforderten Versorgungsbereichen hin zu Stationen mit erhöhter personeller Ausstattung sowie professioneller und sozialer Versorgungskompetenzvollzogen.

Beitrag zfme 2020

Neue Studie: Eigene Endlichkeit

Gießen, den 4.5.2020                        – Angesichts der aktuellen Situation mit Blick auf die Bewältigung der durch das Coronavirus verursachten Pandemie ist auch das Thema Sterben verstärkt zum Gegenstand der medialen Berichterstattung geworden. Zugleich gilt aber auch weiterhin, dass viele Menschen es vermeiden, sich mit der eigenen Endlichkeit intensiver zu beschäftigen. Die vorausschauende Planung etwa durch Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmachten stellt – nicht nur für den jüngeren Teil der Bevölkerung – nach wie vor eine Ausnahme dar. Über die eigene Betroffenheit findet selbst in der Familie, zwischen den Partnern und Freunden kaum ein Austausch statt. Die Frage nach der Beziehung zum eigenen Sterben erscheint in einer ersten Reaktion nicht nur als intime, sondern auch als nicht einfach zu beantwortende Herausforderung.

Vor diesem Hintergrund wird der TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung und Beratung eine umfassende Studie zum Thema „Eigene Endlichkeit und Sterben“ durchführen. Diese richtet sich an alle interessierten Personen, welche die Gelegenheit nutzen wollen, sich mit ihrer eigenen Endlichkeit erinnernd zu befassen. Ziel der Studie ist es, unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten weiterführende Orientierung in diesem wichtigen Themenkreis herzustellen. Die neue empirische Gießener Sterbestudie erfolgt im Rahmen des durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderten Projektes Avenue-Pal.

„Durch die bis heute ungebrochene Verlagerung des Sterbens in die Krankenhäuser und Pflegeheime, nicht zuletzt auch durch den Einflussverlust der Kirchen – in welchen die Endlichkeit des irdischen Lebens immer eine zentrale Botschaft darstellt – scheint es einem immer größer werdenden Teil der Menschen zu gelingen, diesen finalen Sachverhalt ein Leben lang verleugnen zu können“, betont Prof. Wolfgang George, Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung und Beratung. „Die jetzt europaweit zu beobachtenden schwierigen, teils dramatischen Situationen in der Auseinandersetzung mit der COVID-19-Pandemie überfordern nicht nur die Betroffenen vielfältig, sondern auch diejenigen, die beruflich mit der Sterbesituation als Pflegekräfte und Ärzte konfrontiert werden. Defizite, die in der aktuellen Krise nur sehr schwer zu kompensieren sind.

In den vergangenen Jahren wurden bereits bundesweit diverse Gießener Sterbestudien mit unterschiedlichen Schwerpunkten erfolgreich durchgeführt. Dabei waren vor allem die Sterbebedingungen im Krankenhaus und stationären Pflegeeinrichtungen Gegenstand der Untersuchung. Zu den Teilnehmern dieser Studien gehörten insbesondere Ärzte, Pflege- und Altenpflegekräfte. In der neuen Gießener Studie zum Thema „Eigene Endlichkeit und Sterben“ wird der Adressatenkreis erstmals auf alle interessierten Personen ausgedehnt, um so in dieser Frage ein umfassenderes Bild des gesamtgesellschaftlichen Bewusstseins und Lebens zu erhalten.

Weitere Informationen und Teilnahme unter: www.sterbestudie.de

Krankenhaus der Zukunft

Gießen, den 29.3.2020                        Angesichts der Diskussionen um einzelne Regelungen des Digitalen Versorgungsgesetzes (DVG) treten die grundsätzlichen Fragen über die Zukunft der Gesundheitsversorgung ein wenig in den Hintergrund. Das heißt aber nicht, dass hierzu nicht diskutiert würde oder kein Gesprächsbedarf bestünde – im Gegenteil. Es existiert dazu sowohl eine fachliche Debatte, die insbesondere durch eine im Sommer 2019 veröffentlichte Bertelsmann- Studie zur Zukunft der in Deutschland betriebenen Krankenhäuser angestoßen wurde, als auch eine öffentlich bzw. massenmedial geführte Auseinandersetzung in Anknüpfung an einen im Nachrichtenmagazin Stern veröffentlichten Aufruf deutscher Ärzte und Ärztinnen im Hinblick auf die fortschreitende Ökonomisierung der Krankenhäuser in Deutschland. Ergänzt werden beide Debattenstränge zusätzlich durch die im Herbst des Jahres 2019 erschienene Studie zur Zukunft der Krankenhauslandschaft in NRW sowie durch das im Dezember 2018 erschienene Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) „Medizin und Ökonomie. Maßnahmen für eine wissenschaftlich begründete, patientenzentrierte und ressourcenbewusste Versorgung“.

 

Auf KU 2020 George

Attraktive Investition: Energiegenossenschaften beschleunigen den Ausbau der Wind- und Solarenergie

Die Nachfrage nach Strom steigt innerhalb des neuen Jahrzehnts um ca. 25%. Der gegenwärtig zögerliche Ausbau erneuerbarer Energien bleibt weit hinter dieser Zielgröße zurück, kritisiert das Energiewirtschaftliche Institut der Universität Köln. Die forcierte dezentrale Energie-Produktion bietet v.a. für ländliche Regionen attraktive, bisher wenig genutzte Entwicklungschancen: Energiegenossenschaften integrieren die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure vor Ort und beteiligen sie in einer Win-Win-Gemeinschaft. 25 Fachleute vermitteln in ihrem Reader „Energiegenossenschaften gründen und erfolgreich betreiben“ das notwendige Knowhow.

Nach Einschätzung des Energiewirtschaftlichen Instituts werden Elektrofahrzeuge, Gebäudeheizungen und moderne Industrieanlagen den Bruttostromverbrauch in Deutschland bis 2030 auf ca. 7450 Terawattstunden hochtreiben. Die Bundesregierung projiziert für 2030 etwa 65% des Stromverbrauchs aus regenerativen Energien. Demgegenüber kalkuliert das Institut: Verläuft der Ausbau von Wind- und Solarenergie weiterhin so zögerlich wie bisher, dürften lediglich etwa 46% erreichbar sein. Der Investitionsbedarf ist also hoch.

Der Neubau von Windenergie-Anlagen wird häufig von auswärtigen Projektentwicklern und Investoren initiiert, jedoch vor Ort von Bürgern, politischen Kräften, Verwaltungen behindert. Dies lässt sich dadurch verhindern, dass primär einflussreiche Akteure vor Ort unter aktiver – auch ökonomischer – Bürgerbeteiligung die Projekte verantworten und vorwärtstreiben. Prof. Dr. Jürgen Wegmann betont in seinem Beitrag zum Reader: „Gerade die Erfahrungen mit den oligopolitisch geprägten Märkten der Energieversorgung haben deutlich gezeigt, dass eine bezahlbare Energiepolitik ohne Einfluss der Bürger illusorisch ist.  Wenn es gelingt, die Bürger auch finanziell – z.B. über die Rechtsform einer Genossenschaft – an einer regionalen Energieversorgung zu beteiligen, dann wird zum einen die nachhaltige Sicherstellung mit Energie geleistet und zum anderen eine kommunale Daseinsvorsorge erreicht.“

Wenn Investoren, Betreiber und Abnehmer vor Ort kooperieren, profitieren die Kommunen und ihre Infrastruktur zusätzlich; der Energieabsatz ist langfristig gesichert. „Der guten Idee folgt letztlich auch das ´richtige´ Geld, sofern der Prozess strukturiert und konsequent geführt wird“, formulieren Autoren im Reader – und beschreiben bewährte Strukturen erfolgreicher Energiegenossenschaften.

Literatur zum Thema

 

Regionales Zukunftsmanagement – Band 5:
Energiegenossenschaften gründen und erfolgreich betreiben.

Wolfgang George, Thomas Berg (Hrsg.)

Pabst, 232 Seiten. Paperback ISBN 978-3-89967-729-4

Vortrag anlässlich Grüner Woche in Berlin 23.1.2020 „Die Unterstützung von Existenzgründungen im ländlichen Raum durch Hochschulen“

Gießen den 20.12.2019        Was können Hochschulen und Universitäten auf den Weg bringen, dass es zu mehr Gründungen im ländlichen Raum kommt?

Bisher engagieren sich deutsche Hochschulen um Existenzgründungen insbesondere in der Art, dass diese 1) am Campus bzw. mit einem Hochschulpartner gemeinsam interessierte Studenten im Gründungsprozess unterstützen 2)      gezielt mit Kompetenz-  und Leistungszentren/Instituten und deren akademischen Personal Gründungen der Art systematischer betreiben auch um eigene Ideen, Produkte und Dienstleistungen zu etablieren 3)  für in der Region ansässige Start-ups, Existenzgründer und junge Unternehmen einsetzen, etwa in dem sie diesen Support anbieten. All dieser Einsatz hat seinen Platz, verdient Respekt und ist in der Regel noch immer z.T. deutlich zu verbessern, allein um den aktuellen Technologien und deren Auswirkungen gerecht zu werden. Indes ist der Fokus bei all diesen Aktivitäten auf den oder die Existenzgründer gerichtet nicht aber auf die näheren Kontext-, Struktur- und Bedarfsbedingungen einer Stadt oder Region. Der vorgestellte Ansatz unternimmt nun dies. Somit ist es die Region, die Gemeinde, die Stadt und mit dieser die Frage ob hier tatsächlich das Bestmögliche und dem Zweck dienliche auf den Weg gebracht ist und welche Rolle hierbei die Hochschule vor Ort übernehmen könnte.

https://www.gruenewoche.de/FuerBesucher/KongresseEvents/Eventdetail.jsp?eventDateId=522954&pageTitle=12.+Zukunftsforum+L%C3%A4ndliche+Entwicklung+-+Gemeinsame+Aufgabe+f%C3%BCr+Staat+und+Gesellschaft

Einladung zum MakerCamp Genossenschaften vom 29.-30. Januar 2020 in Wiesbaden

Vom 29.-30. Januar 2020 findet erstmals das MakerCamp Genossenschaften in Wiesbaden statt – zu dem wir Sie herzlich einladen!

 Mit dem MakerCamp als Start-Event und daran anschließenden Projekten möchten wir zum Wachstum des genossenschaftlichen Ökosystems und zur Vision 30.000 Genossenschaften bis 2030 in Deutschland beitragen. Diese Vision entstand, weil wir überzeugt davon sind, dass Genossenschaften voll im Trend und cooler denn je sind. Die Vision ist ambitioniert, weil sie eine Verdreifachung von heute rund 7.700 auf 30.000 Genossenschaften innerhalb von 10 Jahren bedeutet. Das Programm des MakerCamps enthält Keynotes, Impulsvorträge und Praxisbeispiele. Außerdem arbeiten wir an mehreren Challenges, um Wachstum und Vision erreichen zu können. Dazu zählen Gründungszentren, Gründungsprozess und Finanzierung für Genossenschaften. Nähere Informationen finden Sie hier: Programm und Speaker. Das MakerCamp planen wir mit ca. 150 Teilnehmern. Zur Veranstaltung kommen Akteure aus den Bereichen Genossenschaften, Innovation, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Anbei der von Wolfgang George gehaltene Vortrag

Präsentation MakerCamp2

“Care for the Common Home”: Responses to Pope Francis’s Encyclical Letter

Gießen, den 5.12.2019           Gemeinsam mit Claude-Helene Mayer und Elmar Nass erschien in der Zeitschrift „Journal of Religion and Health“ ein Beitrag zur Enzyklika Laudato Si bzw. dem Buch von Wolfgang George (Hg) Wissenschaftler antworten auf die Laudato Si von Papst Franziskus

Abstract: This article aims to build awareness of the growing global crisis in social, economic and environmental terms from different disciplinary approaches. The authors respond to the message of Pope Francis presented in his Encyclical Letter published in 2015. The article provides a short current overview of the discourse and presents three hypotheses anchored in the disciplines of Psychology, Health and Theology for a deeper discussion of Pope Francis’s viewpoints on the challenges to humankind and how to address them. It thereby contributes to the discourse on health and religion with regard to the Pope’s message to the world community. The article leads to an interdisciplinary conclusion and directions for future research and practice.

https://www.researchgate.net/publication/337720604_Care_for_the_Common_Home_Responses_to_Pope_Francis%27s_Encyclical_Letter

 

Beitrag in Zeitschrift „Monitor Versorgungsforschung“ zu Sterbeortregister

Gießen, den 21.11.2019        Eigentlich handelt es sich gar nicht um dasjenige was in der Medizin bzw. Epidemilogie unter einem Register verstanden wird, sondern nur um einige wenige Informationen die zusammengeführt werden sollten. Informationen zum sozialen Ort des Sterbens. Also verstirbt ein Mensch im Krankenhaus (die größte Wahrscheinlichkeit), in einer stationären Pflegeeinrichtung (die zweitwahrschenlichste Möglichkeit), zu Hause ( die drittwahrscheinlichste Möglichkeit) oder in einem Hospiz (was am unwahrscheinlichsten ist). Außer exakten – jedes Jahr berichteten Zahlen aus den Krankenhäusern existieren keine verbindlichen Zahlen. Erst wenn auf regonaler Ebene Klarheit über die jeweiligen Orte des Sterbens besteht, können eine ganze Reihe der Fragen beantwortet werden, die notwendig sind wenn es gilt dem Ziel der meisten Menschen – zu Hause zu sterben – näher zu kommen.

Hierzu ist ein Beitrag in der Zeitschrift Monitor Versorgungsforschung 6/2019 erschienen, der unter w.george@andramedos-net.de angefragt werden kann

Regionale Gesundheitsversorgung zukunftsfähig gestalten // Veranstaltung am 19.12.2019 in Wetzlar

Gießen, den 19.12.2019      Trotz verschiedener Maßnahmen zur Sicherstellung einer zeitgemäßen, bürgernahen (Daseins-) Versorgung des ländlichen Raums, müssen die bestehenden und hinlänglich beschriebenen Problemlagen als insgesamt nicht bzw. nur anteilig gelöst bewertet werden.  Diese „Rückwärtsbewegung“ wird auch weiterhin nicht ohne Auswirkungen auf die Gesundheitsersorgung im ländlichen Raum bleiben. Wenn die – insbesondere ärztliche Versorgung – von den Bürgern als lückenhaft bzw. fehlend erfahren wird, werden regionalwirksame Mechanismen in Gang gesetzt, die erhebliche Auswirkungen auf die regionale Lebens- und Arbeitswelt besitzen. Betrachtet man die bisher auf den Weg gebrachten Lösungen, Initiativen und Projekte, so fällt u.a. auf, dass die Menschen/Bürger der betreffenden Region/Gemeinde, bzw. deren Vertretungen – wenn überhaupt – nur am Rande miteinbezogen wurden. Weder sozial etwa als Treiber des Anliegens, noch wirtschaftlich etwa als Miteigner eines regional-gemeindlichen Geschäftsmodells. Auch andere Akteursgruppen wie Freiberufler, Unternehmen, regionale Banken, Kirche, Vereine bis hin zur öffentlichen  Gemeinde werden nur allzu oft nicht angemessen einbezogen. Bis heute gilt, dass verschiedenme Schwierigkeitslagen der Sicherstellung der Gesundheitsversorgung gerade im ländlichen Raum noch immer bestehen, in einigen regionalen Räumen und Bundesländer mit ausgesprochen problematischen Konsequenzen.Wie könnte zu den bestehenden, ein alternatives Vorgehen der Gemeinwohlökonomie aussehen? Anregungen hierzu in einer Veranstaltung am 19.12.2019 in Wetzlar. Näher Informationen und wie Sie sich anmelden können, erfahren Sie unter:

191014_Flyer_RegionaleGesundheitsversorgung_Final

Seminar: Existenzgründung im ländlichen Raum

Gießen, den 11.10.2019                                     Anlässlich des Tges der Regionen fand in der Gießener TransMIT eine Veranstaltung zum Thema statt. Der Gründerbericht des DIHK aus dem Jahr 2019 titelt mit der Zeile: Der Funke springt nicht über und bestätigt einmal mehr, dass in Deutschland zu wenige Gründungen stattfinden. Wie dies abgeändert werden kann war Gegenstand des Tages. Einige weiterführende Informationen zum Verlauf entnehmen Sie folgendem Bericht:

.http://www.giessener-zeitung.de/pohlheim/beitrag/131057/qexistenzgruendung-im-laendlichen-raumq-transmit-gesellschaft-fuer-technologietransfer-mbh/?lesen&recommend

weitere Berichterstattung in KOMMUNAL

https://kommunal.de/wirtschaftsfoerderung-existenzgruendung

 

Pressebericht in Saarbrücker Zeitung zu Deutsche Palliativsiegel

Gießen, den 11.09.2019        Anlässlich des Hospizgespräches im Saarland wurden die Erfahrungen die das Caritas Senioren-Zentrum Haus am See sammeln konnte – von Vertreter*innen der Einrichtung – berichtet.

Nähere Informationen https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/st-wendel/nohfelden/senioren-zentrum-haus-am-see-in-neunkirchen-nahe-erhaelt-deutsches-palliativsiegel_aid-45744199

Gespräch: „In Sorge für das gemeinsame Haus“ am 21.8.2019 in Dortmund

Gießen, den 21.7.219                    Die Enzyklika Laudato Si ‘ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015 hat ein weltweites zustimmendes Echo gefunden. Seine Kritik an den – längst bekannten – Umweltzerstörungen und weltweiten sozialen Missständen hat die Welt geradezu aufhorchen lassen. Seine Kritik am neuzeitlichen Fortschrittsglauben – an einseitigen Technikvertrauen, einer zerstörerischen Wirtschaft und einem konsumistischen Lebensstil – impliziert eine Kritik des modernen Wissenschaftsbetriebs. Franziskus vermisst Lösungen für die großen Herausforderung in einem „wirklichen ethischen Horizont“ (LS 110).

Wie ist es aktuell um die Verantwortung von Religion und Wissenschaft angesichts der „Sorge um das gemeinsame Haus“ steht, welche Konsequenzen diese Herausforderung für den Wissenschaftsbetrieb haben sollte, stellen wir in unserem Kommende Gespräch zur Diskussion.

Flyer KommendeGespräch 2019-08-21 (neu)

Vorschau (Link öffnet in neuem Tab/Fenster)

Knappschaftskrankenhaus erhält das „Deutsche Palliativsiegel“

 

 

Gießen, den 20.6.2019   Pressemitteilung von: Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH Die Versorgungsqualität von Sterbenden und Schwerstkranken im Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum wurde jetzt durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle als vorbildlich bewertet und bereits zum zweiten Mal mit dem „Deutschen Palliativsiegel“ ausgezeichnet. Vor drei Jahren war das Knappschaftskrankenhaus die erste Universitätsklinik in der Bundesrepublik, die sich der Qualitätsprüfung durch externe Auditoren unterzog und ihre Versorgungsqualität entlang gültiger Kriterien prüfen ließ. Nähere Informationen: http://www.uk.rub.de/aktuell/kkh/meldung00862.html.de

 

Berliner Pflegekonferenz 2019 7. November 2019

Gießen, den 28.5.2019      Zukunft des Innovationsfonds: Eine erste Bilanz zu geförderten Projekten in der pflegerischen Versorgung  „Die eigentliche Bewährungsprobe besteht nicht nur darin valide Versorgungsmodelle bzw. Prozesse in Pilotprojekten zu entwickeln, sondern darin vorausschauend Wege zu identifizieren wie diese in der Regelversorgung implementiert werden können.“ lautet das Statement von George.

Deutsches Palliativsiegel für cts- Senioreneinrichtung Haus am See

Gießen/Neunkirchen  10.5.2019                       Das Caritas SeniorenZentrum Haus am See wurde als erste Pflegeeinrichtung im Saarland und süddeutschen Raum sowie als sechste Einrichtung bundesweit mit dem Deutschen Palliativsiegel ausgezeichnet. Damit verbunden sind eine hohe Versorgungsqualität und eine menschenwürdige Betreuung von schwerstkranken und sterbenden Menschen.

Als erste Pflegeeinrichtung im Saarland und im gesamten süddeutschen Raum darf das Caritas SeniorenZentrum Haus am See nun das Deutsche Palliativsiegel für eine hohe Versorgungsqualität von Schwerstkranken und Sterbenden tragen. Das Siegel bescheinigt eine hohe Betreuungsqualität im letzten Lebensabschnitt. Seit 2006 engagiert sich die Einrichtung im Bereich Palliative Care und wurde bereits 2009 als Modellprojekt vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes gefördert. Die palliative Versorgung stellt einen der Schwerpunkte der Pflegeeinrichtung dar. Charakteristisch für die palliative Arbeit im Haus am See ist ein multiprofessionelles Team aus speziell qualifizierten Pflegekräften, Ärzten, Therapeuten und ehrenamtlichen Helfern, die gemeinsam dafür sorgen, dass die Bewohner des Hauses am Ende ihres Lebens bestmöglich versorgt sind.

https://www.haus-am-see.de/aktuelles/news/Deutsches-Palliativsiegel-fuer-Haus-am-See,52532

Helfer sind im Umgang mit Tod und Sterben auch durch familiäre Erfahrungen geprägt.

 

Gießen, den 17.4.2019       Bereits während der ersten Arbeitseinsätze wird der
überwiegende Teil der Pflegekräfte mit sterbenden
Menschen konfrontiert. Auch bringt ein großer Teil
der Auszubildenden bereits persönliche Vorerfahrungen
mit, die in der inhaltlichen und curriculativen
Ausgestaltung der Themen „Betreuung Sterbender“
und „palliative Pflege“ berücksichtigt werden sollten.
Als eine Konsequenz aus einer empirischen Studie
aus dem Jahr 2017 zeigte sich, dass die den Auszubildenden
begleitende Funktion des Lehrers / Ausbilders
gestärkt werden sollte.

Beitrag Ausbildung 2018

 

Stellenausschreibung: Projektassistenz im Forschungsprojekt „Avenue-Pal – Analyse und Verbesserung des sektor- und bereichsübergreifenden Schnittstellen- und Verlegungsmanagement in der Palliativversorgung“

Gießen, den 3.4.2019         Der TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung und Beratung (Leiter Dipl. Psych. Prof. Dr. Wolfgang George) konzentriert sich auf eine nachhaltige Zukunftsgestaltung von Regionen und Gemeinden – insbesondere im ländlichen Raum. Hierbei steht neben der Etablierung einer regional organisierten Gesundheitsversorgung die Etablierung zukunftsweisender Arbeitswelten im Vordergrund der Aktivitäten.

Wir suchen am Standort Gießen zur Unterstützung des Forschungsprojektes „Avenue-Pal – Analyse und Verbesserung des sektor- und bereichsübergreifenden Schnittstellen- und Verlegungsmanagement in der Palliativversorgung“ eine versierte Projektassistenz.

Nähere Informnationen unter:Stellenausschreibung_Projektassistenz_Avenue-Pal_final

Genossenschaften Filmbeitrag: Coopville ist überall

Gießen, den 16.02.2019      In einem kleinen Film werden die Vorteile kooperativ-ökonomischer Lösungen für die Daseinsvorsorge und den Regionalerhalt aufgezeigt. Neben 2 Energiegenossenschaften wird auch der Betrieb eines Hallenbades vorgestellt. Besonders lohnend indes ist das im Film vorgestellte Beispiel der Friedrich Raiffeisen Schule in Wetzlar. Einer im Rechtskleid der Genossenschaft organisierten Schule

in Wetzlar. Ein Modell das für eine Ausweitung mehr als geeignet ist.

https://www.youtube.com/watch?v=bB0_H63jhYw

Kleiner Ort mit großer Zukunft. Wo Heimat lebt

Gießen, den 21.2.2019                In einer Sendung des Hessischen Rundfunks (Hessenreporter) wird über die Entwicklungsperspektive von Mengerskirchen berichtet. In einem Teil der Berichterstattung wird auch das Gründerzentrum-Westerwald vorgestellt. Dere Beitrag wird am 12.3.2019 zwischen 21.45 und 22.15 Uhr im Hessischen Fernsehen gesendet. Nähere Informtaionen auf dessen Website

https://www.fernsehserien.de/hessenreporter/folgen/136-kleiner-ort-mit-grosser-zukunft-wo-heimat-lebt-1272646

Beitrag für Krankenhausmanagement

Gießen, den 16.12. 2018  Auch wenn für Deutschland keine detaillierten Untersuchungen zu Sterbeorten existieren zeigen die existierenden Zahlen auf, dass seit Jahrzehnten die Mehrzahl der  Bürger Deutschlands ihr Leben in einem Krankengaus beendeten Die Gründe hierfür sind vielfältig: das durchschnittliche Sterbealter steigt (2000: 75,4 Jahre, 2016: 80,6 Jahre); ältere Menschen kumulieren mehr Erkrankungen: Anzahl und Ausmaß der Krankheiten (Multimorbidität) und ein möglicher pflegerischer Bedarf stehen in enger Korrespondenz; immer mehr Menschen leben in Stadtregionen: Kennzeichen des städtisch-urbanen Lebensraums ist u.a. die sich verändernde Arbeitswelt, in deren Konsequenz kleinteiligere, fragilere und zumeist geringer belastbare familiäre Strukturen entstehen. Um nur 2 bedeutsame Einflussgrößen zu nennen.

Der durchweg formulierte Wunsch des Sterbens zu Hause trifft angesichts dieser gesellschaftlichen Realität auf enge Gestaltungsräume. Verantwortliche als auch Mitarbeiter in den Krankenhäusern sind demnach klug beraten nicht nur um die heutige und zukünftige Bedeutung des Krankenhauses als Sterbeort zu wissen, sondern auch darum, wie es gelingen kann, allen Sterbenden ein „zuhause“ als Sterbeort anzubieten und dabei sicherzustellen, dass dieser Ort im Prozess des Sterbens nach Möglichkeit nicht wechselt.

Bis heute bleibt die genaue Bestimmung der relativen Anteile der Sterbeorte (zu Hause, Pflegeheim, Krankenhaus) im Ungenauen bzw. kann nur über indirekte Schätzungen erschlossen werden. Allein für die Krankenhäuser besteht eine zusammenführende Statistik, die einen leicht rückläufigen Trend für die Krankenhäuser anzeigt (vgl. Dasch et al. 2015). Ob sich diese (leichte) Verlagerung als dauerhafter Trend erweisen und sich zugunsten der stationären Pflegeeinrichtung bzw. dem häuslichen Sterben auswirken wird, entzieht sich vorläufig einer exakten Bestimmung. Dass eine Trendwende zugunsten einer häuslich-ambulanten Versorgungskultur prinzipiell möglich ist, zeigt zuletzt ein nordeuropäisches Autorenteam auf indem es dies für einige angelsächsische Länder aufzeigt.

Nähere Informationen: Dezemberausgabe „das Krasnkernhaus“

Betreuung Sterbender: Ethische Implikationen

Gießen, den 10.12.2018  Die erreichte, „ethische Handlungsqualität“ einer Pflegekraft oder eines Arztes ist kein Zufallsergebnis. Vielmehr stellt diese das Ergebnis der biographischen Entwicklung dar. In dieser korrespondieren persönliche Faktoren mit solchen der Sozialisation bzw. insbesondere der beruflichen Umwelt. Die prägenden Einflüsse des Elternhauses, Familie und Schule bilden die Ausgangspunkte für den persönlichen Werterahmen, der unzweifelhaft durch Erfahrungen der Jugend und berufliche Ausbildung (Studium) moderiert bzw. akzentuiert wird. Erste praktische Berufserfahrungen besitzen unseren Studien nach erhebliche Bedeutung. Gelernt wird dabei nicht nur von den „guten Modellen“ und „guten Umwelten“ sondern auch von den Vorgesetzten und Arbeitsplätzen, die keinesfalls als „Vorbild“ für das eigene Handeln dienen. In dem in der Zeitschrift „Onkologische Pflege“ in der Dezemberausgabe 2018 veröffentlichten Beitrag werden Zusammenhänge entlang der beruflichen Biographie erkennbar gemacht.

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Auszeichnung: Städtische Kliniken Mönchengladbach

20.11.2018    Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach als Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sind ein Schwerpunktkrankenhaus mit 537 Betten. Wir beschäftigen über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 10 Organisationseinheiten sowie einem Sozialpädiatrischen Zentrum. Jährlich werden ca. 27.000 Patientinnen und Patienten stationär sowie ca. 50.000 ambulant behandelt. Anlässlich der KTQ-Rezertifizierung im Herbst 2018 stellte sich das Krankenhaus erfolgreich auch den 20 Prüf- und Reviewerkriterien die sich aus den Zielstellungen des Deutschen Palliativsiegels ergeben.

Nähere Informationen zum Krankenhaus:

DP Mönchengladbach

https://www.sk-mg.de

Palliativsiegel

Vortrag anlässlich des 9. Saarländischer Hospiztag am 27.10.2018 in Saarlouis

4. Oktober 2018  Anlässlich des 9. Saarländischen Hospiztages, der unter dem Motto: „Sterben im Krankenhaus – Ein Störfall?“ stand, absovierte Wolfgang George einen Vortrag mit dem Titel „Betreuung Sterbender und deren Angehörigen“. In den Ausführungen verdeutlichte der Referent die z.T. schwierigen, äußeren Einflussfaktoren unter denen die Krankenhäuser ihren Versorgungsauftrag nachkommen. Deutlich wurde im Folgenden die enge Verschränkung zwischen allgemeinen Patientenwohl und würdevoller Betreuung Sterbender herausgearbeitet. Um die Effekte der unterschiedlichen Akteure – vom freiwilligen und ehrenamtlichen Hospizdienst bis hin zur speziellen Palliativversorgung – in deren Wirkungen bewerten zu können, formulierte George einmal mehr die Notwendigkeit der Einführung eines bundesweit zu führenden Sterbeortregisters (siehe hierzu auch PM transmit_hospiztag_versorgungsforschung)

PM transmit_hospiztag_versorgungsforschung_05_11_18

Vortrag 9. Hospiztag 

Stationäre Pflegeeinrichtung in Niedersachsen ausgezeichnet

Gießen, den 21.9.2018    Am 4.9. fand in dem evangelischem Altenzentrum in Westerstede, das mit dem Erwerb des Deutschen Palliativsiegels einhergehende kollegiale Review mit unterschiedlichen Vertretern des Pflegeheims und externen Partnern sowie die Begehung der Einrichtung statt. Am Abend konnte das Prüfergebnis den Einrichtungsvertretern mitgeteilt werden: die Einrichtung wird mit dem Siegel ausgezeichnet. Besonders beeindruckt zeigten sich die 4 angereisten Visitoren über die verschiedensten – z.T. langjährig bestehenden – kooperativen Vernetzungen des Altenpflegezentrums. „Insbesondere die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt und deren Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und der hieraus resultierende hohe Anteil von Bewohnern die eine Verfügung besitzen, haben mich sehr beeindruckt“, so der angereiste Visitor Christian Lanz. Das Evangelische Altenzentrum Westerstede ist die erste Pflegeeinrichtung in Niedersachsen die mit dem Deutschen Palliativsiegel ausgezeichnet wurde. Nähere Informationen unter: https://www.dw-ol.de/pages/aktuell/pressemeldungen/synav_14261/subpages/kultur_zum_altern_und_sterben_entwickelt/index.html

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Existenzgründung im ländlichen Raum

28.8.2018   Existengründung im ländlichen Raum wird gegenwärtig stark unter dem Fokus digitaler bzw. IuK getriebenener Innovation betrachtet. Dies hat sicher seinen Platz und Berechtigung auch für mögliche Existzenzgründungen in kleinen Gemeinden und Städten. Zugleich ersetzt dies nicht die Orientierung an den dort bestehenden Bedarfen und vorhandenen Ressourcen. Einige Anregungen hierzu gibt folgender Beitrag.

Gründerzentren in den ländlichen Räumen

Betreuung Sterbender auf Intensivstation: Berufsbiographische Pfade

10.07.2018   Von den insgesamt 419.341 (2016) in deutschen Krankenhäusern verstorbenen Menschen verbringen – eigenen Berechnungen folgend – jedes Jahr ungefähr 140.000 Menschen ihre letzten Lebensstunden auf Intensivstationen. Genaue Zahlen zu den versorgenden Stationen liegen leider bis heute nicht vor. Ist die Schätzung richtig, sterben in den intensivmedizinisch und intensivpflegerischerischen Versorgungseinheiten 6-mal mehr Personen als dies in den deutschen Hospizen der Fall ist. Die psychosozialen Belastungen und Anforderungen die aus diesem speziellen Versorgungsauftrag bzw. dessen Konsequenzen für die Betreuer ergeben, geht eine neue Veröffentlichung nach. George W: Sterbebegleitung: Eigene Werte als wichtigste Ressource , Pflegezeitschrift 71 (8), 54-60 DOI 10.1007/s41906-018-0648-9,2018

Frühe Erfahrungen besitzen eine besondere Bedeutung

19. Juni   Unabhängig davon ob es gelungene, wünschenswerte oder schwierige und belastende erste Konfrontationen mit sterbenden Menschen waren: die ersten beruflichen Erfahrungen prägen die beruflichen Helfer erheblich. Auch wenn diese bereits Erfahrungen im Elternhaus haben sammeln können. Umso klarer die sich ergebende Aufforderung das Alten- und Krankenpflegepersonal und die Ärzte/-innen bestmöglich vorbereitet und auch begleitet zu wissen. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortlichkeit für die Ausbilder und erfahrene Kollegen/-innen in der Praxis.

Beitrag Altenpflege 2018

 

Außerberufliche Erfahrungen sind für die Betreuer wichtig

6.6.2018   Es sind nicht nur reflektiert-aufgearbeitete berufliche Erfahrungen, die für die Helfer wichtig sind, die sterbende Menschen betreuen. Gerade auch die Erfahrungen im persönlichen Lebensumfeld besitzen einen bedeutsamen Einfluß auf das Verhältnis zu Sterben und Tod. Für zahlreiche Helfer sind diese eigentlich privaten Erfahrungen so bedeutsam und einprägsam, dass sie fortan die berufliche Betreuungsarbeit weit bewußter – und sicher zugunsten der Sterbenden – durchführen.

 

Beitrag Berufserfahrung Die Schwester Der Pfleger Juni 2018

(Video-) Interview mit Zeitschrift Altenpflege

28, Mai 2018    Eine Million Berufstätige, überwiegend Pflegende, befassen sich ständig mit dem Thema Sterben. Das hat Prof. Dr. Wolfgang George im Rahmen seiner deutschlandweit geführten „Gießener Sterbestudie“ herausgefunden. Welche (vor-) beruflichen Erfahrungen diese Menschen in die Sterbebegleitung geführt haben, darüber spricht der Leiter des TransMIT-Instituts für Versorgungsforschung in Gießen im Interview mit der Redaktion Altenpflege

http://www.altenpflege-online.net/Infopool/Videos/Studie-betrachtet-Biografien-von-Sterbebegleitern

 

 

Die Wirklichkeit steht über der Idee

23. Mai 2018   Weitgehende Bestätigung des in der päpstlichen Enzyklika „Laudato si“ identifizierten, zusehend autonomen bzw. selbstregulierenden Erfolgsprozesses von Technik und Wirtschaft erfährt der Herausgeber des Buches Laudato si: Wissenschaftlker antworten auf die Enzyklika von Papst Franziskus durch seine Erfahrungen im Gesundheitswesen. Auch dort führt das – durchaus begründete und notwendige – spezielle und differentielle Wissen immer häufiger dazu, dass die entstanden Informationen (a), die sich ergebenden Handlungsoptionen (b) und die mit diesen verbundenen Leistungen (c), nicht in der hierfür eigentlich notwendigen Weise, zugunsten des Patientenwohls und der Lebensqualität der Patienten zusammengeführt bzw. konsensuell-ethisch geprüft werden.  Wird diese fachliche und ethische Reflexivität durch ökonomische Zielstellungen und Handlungen ersetzt sind die Regeln der Gerechtigkeit insgesamt betroffen. Erweitert man diesen Befund um die Tatsache, dass ca. 80% aller für die Gesunderhaltung von Menschen verwendeten Ressourcen ca. 20% der Weltbevölkerung für sich beanspruchen, wird klar vor welchen Gerechtigkeitsproblemen die Weltgesellschaft heute wirklich steht.

 „Eine Wissenschaft, die angeblich Lösungen für die großen Belange anbietet, müsste notwendigerweise alles aufgreifen, was die Erkenntnis in anderen Wissensbereichen hervorgebracht hat, einschließlich der Philosophie und der Sozialethik. Das ist aber eine Leistung, die heutzutage nur schwer erbracht werden kann. Deshalb kann man auch keine wirklichen ethischen Horizonte erkennen, auf die man sich beziehen könnte. Das Leben geht dahin, sich den Umständen zu überlassen, die von der Technik geprägt werden, die ihrerseits als die wesentliche Quelle zur Deutung der Existenz verstanden wird. In der konkreten Wirklichkeit, die uns entgegentritt, werden verschiedene Symptome sichtbar, die den Irrtum aufzeigen – wie zum Beispiel die Umweltverschmutzung, die Angst und der Verlust des Lebens- und Gemeinschaftssinns. So zeigt sich einmal mehr: Die Wirklichkeit steht über der Idee (S110 Laudato si)“

http://www.laudato-si.info

Projekt zur Verbesserung der Versorgungsqualität in der letzten Lebensphase wird durch G-BA Innovationsfonds gefördert

16. Mai 2018  Konsortium um TransMIT-Projektbereich für Versorgungsforschung erhält Zuschlag durch Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat bekanntgegeben, dass das von der TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH eingereichte Projekt „Analyse und Verbesserung des sektor- und bereichsübergreifenden Schnittstellen-  und Verlegungsmanagements in der Palliativversorgung“ eine umfangreiche Förderung in Höhe von 1.994.520,00 Euro erhalten wird. Das Projekt wird innerhalb der Förderungsdauer von drei Jahren von einem Konsortium unter der inhaltlichen Leitung des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung realisiert. Die Gesamtprojektsteuerung übernimmt die TransMIT als Koordinator. Zu den Konsortialpartnern gehören das Universitätsklinikum Gießen undMarburg, die Gemeinnützige Gesellschaft für Soziale Dienste, der AWO Stadtkreis Gießen mbH, das Deutsche Krankenhausinstitut e.V., die BIG direkt gesund, die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg sowie die Technische Hochschule Mittelhessen. Um die angestrebte Qualität der Forschung und den Praxistransfersicher zustellen, sind die Altenheime und Pflegezentren Main-Kinzig-Kreis, die Hessische Kassenärztliche Vereinigung sowie der Hessische Städte- und Gemeindebund ergänzend eingebunden.

„Die positive Entscheidung des Innovationsausschusses ist ein großer Erfolg für die Versorgungsforschung in der mittelhessischen Region“, betont Prof. Wolfgang George, Leiter des TransMIT-Projektbereichs für Versorgungsforschung und verantwortlich für die inhaltliche Projektkoordination, stellvertretend für die beteiligten Konsortialpartner.

 

Albert-Osswald Pflegeeinrichtung des AWO-Stadtkreis Gießen mit Siegel ausgezeichnet

Erste hessische Pflegeeinrichtung ausgezeichnet

30. April 2018   Das „Albert-Osswald-Haus“ der Gemeinnützigen Gesellschaft für Soziale Dienste der AWO-Stadtkreis Gießen mbH ist Hessens erste stationäre Pflegeeinrichtungen, die mit dem Deutschen Palliativsiegel ausgezeichnet wurde. Das unter Koordination von Prof. Wolfgang George entwickelte Verfahren wurde 2014 mit dem Ziel vorgestellt, stationäre Versorger auszuzeichnen, denen es gelingt Schwerstkranke und Sterbende menschenwürdig zu betreuen. „Das Albert-Osswald-Haus ist eine Einrichtung, in der der Leitsatz ’Wir gestalten Lebensräume mit Herz und Respekt’ auch für die Lebensphase des Sterbens und darüber hinaus gilt und gelebt wird. Hier wird deutlich, dass es in Alten- und Pflegeheimen entgegen häufiger oft unbegründeter Vorbehalte möglich ist, ein letztes Zuhause zu finden mit der Gewissheit menschlich und mit einer hohen Fachlichkeit begleitet und umsorgt zu werden“, so der begleitende Visitor Uwe Brömmer.

https://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/Stadt-Giessen-Keine-Spezialwelt-fuer-das-Sterben;art71,424363

Auszeichnung für Albert-Osswald-Haus

Pflegeeinrichtung Santa Isabella in Niedernberg ausgezeichnet

Im November 2017 wurde die stationäre Pflegeeinrichtgung Santa Isabella in Niedernberg/Franken mit dem Deutschen Palliativsiegel ausgezeichnet. „Wir sehen das Santa Isabella als gelungenes Beispiel dafür, dass es in Deutschland Pflegeeinrichtungen gibt, die entgegen aller immer wieder zu hörenden und sicher teils berechtigten Kritiken, Hervorragendes leisten und wir sehen es als unsere Pflicht, auf diese ausdrücklich hinzuweisen“, so der Siegelgeber Wolfgang George: “Dabei gelingt es der Einrichtung sehr gut  vitale, gemeindenahe und bürgerfreundliche Angebote in das Versorgungskonzept zu integrieren. Kooperationen, die dann auch für die anspruchsvolle Situation des Sterbeprozesses hilfreich sind.“ Die Urkundenübergabe fand im Rahmen des 5.Kongresses zu den Sterbebedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen am 30.11.2017 in Gießen statt.

Erstes Palliativsiegel für stationären Pflegedienstleister in Soest

Soest, Gießen (24. Oktober 2017) – Hohe Betreuungsqualität für Schwerstkranke und Sterbende im Hanse-Zentrum und Lina-Oberbäumer-Haus. Träger ist die Evangelische Frauenhilfe Westfalen.

Prof. Wolfgang George hat das Palliativsiegel mit empirischen Studien zwischen 2013 bis 2017 entwickelt. Ziel ist es, stationäre Versorger in der Krankenpflege auszuzeichnen, denen es gelingt Schwerstkranke und Sterbende menschenwürdig zu betreuen.

Team des Lina-Oberbäumer-Hauses in Soest (Foto: privat)

Betreuungs-Umfeld der Schwerstkranken und Sterbenden

Die psycho-sozialen, pflegerischen und medizinischen Bedingungen des Sterbens und Begleitens im stationären Betreuungs-Umfeld sind in das Verfahren eingeflossen. In diesem Umfeld versterben circa 80% aller Deutschen.

Kriterien-Katalog für die Vergabe des Palliativsiegels

Ferner umfasst das wissenschaftlich fundierte Verfahren

  • die pflegerischen Handlungsfelder
  • die Mitarbeiterqualifikation
  • das Symptom-Management
  • die Patienten-/ Bewohner-Verfügungen
  • die kulturell-ethnischen Bedürfnisse der Patienten

sowie Angebote für trauernde Angehörige.

Desweiteren sind die organisatorischen Voraussetzungen zu prüfen. Unterstützt der Träger das Verfahren aktiv? Bislang ging das Palliativsiegel an 20 Krankenhäuser in Deutschland und Österreich.

Mitarbeiter des Hanse-Zentrums nehmen die Urkunde des Palliativsiegels stolz entgegen. (Foto: privat)

Angepasstes Vorgehen für Pflegedienstleister

Seit kurzem wird das Siegel in einem angepasstem Vorgehen an stationäre Pflegedienstleister adressiert. Hier finden neben der Überprüfung der Kriterien auf diese jeweils bezogene Fachgespräche und eine Einrichtungs-Begehung statt.

Zusätzlich wird ein Informations-Austausch mit Angehörigen, Bewohnerinnen und Bewohnern und mit den verschiedenen Kooperationspartnern geführt und bewertet.

Die Vergabe des Deutschen Palliativsiegel ist das Resultat gelungener Vorarbeiten des Trägers und der Einrichtungs-Verantwortlichen in Soest. Die Evangelische Frauenhilfe Westfalen verbessert die Betreuung sterbender Menschen seit Jahren. Der eingetragene Verein feiert in diesem Jahr sein 111-jähriges Jubiläum.

Ansprechpartner Siegelgeber

Wolfgang George
george@transmit.de
Tel: 0641-9482111

Medizinisches Seminar George
Jahnstraße 14
35394 Gießen

Neue Möglichkeit für stationäre Pflegeeinrichtungen

Stationäre Pflegeeinrichtungen, die eine Auszeichnung mit dem „Deutsches Palliativsiegel“ anstreben, steht seit Juli 2017 die im Folgenden beschriebene Möglichkeit offen:

  1. Ihre Einrichtung erwirbt den Kriterienkatalog und ein Antragsformular (gegen eine Schutzgebühr von 280 € netto). Gehen Sie hierbei auf Kontakt und geben uns eine entsprechende Nachricht, die wir zeitnah bearbeiten. // Sie haben nun die Möglichkeit die Kriterien (a), die Voraussetzungen über die Sie in Ihrer Pflegeeinrichtung bereits verfügen (b) und diejenigen die Sie entwickeln bzw. ergänzen müssen (c) kennenzulernen und zu entscheiden (d) ob Ihre Einrichtung das „Deutsches Palliativsiegel“ erwerben möchte. Im Fall, dass dies der Fall ist, teilen uns dies durch Zusendung des ausgefüllten „Antragformulars“ für Pflegeheime mit.
  2. Mit ihrer Einrichtung wird ein Termin der Visitation bzw. des Peer-Reviews (mit 2 anreisenden Experten) vereinbart. Zu dessen Vorbereitung erhalten Sie einen gesonderten Ablaufplan.
  3. Sie erhalten eine Rechnung (Schutzgebühr von 2.100 € netto) für den weiteren Prozess.
  4. Die Visitation bzw. das Peer-Review wird durchgeführt und protokolliert.
  5. Sie erhalten einen Ergebnisbericht bzw. bei Erfüllung der Voraussetzungen die Auszeichnung und Urkunde mit dem „Deutsches Palliativsiegel“ binnen 4 Wochen.
  6. Die Gültigkeit beträgt 3 Jahre. Nach 1,5 Jahren wird ein Zwischengespräch geführt (500 € netto)

 

Deutsches Palliativsiegel – Zwei Krankenhäuser in Österreich ausgezeichnet

Gießen, 04. Mai 2015 – Neu entwickeltes Prüfsiegel (Deutsches Palliativsiegel) für Krankenhäuser und stationäre Pflegestätten bescheinigt und fördert hohe Betreuungsqualität für Schwerstkranke und Sterbende.

20px 20px Deutsch: Österreich/Austria/Autriche...

Österreich/Austria/Autriche: Burgenland, Güssing, Schloßberg mit Fischteich, von Südwesten her (Foto: Wikipedia)

Die beiden Krankenhäuser Oberwart und Güssing im Burgenland erhielten nach einem Qualitätscheck das Deutsche Palliativsiegel. Im Rahmen einer KTQ-Prüfung haben beide Kliniken nachgewiesen, dass sie über eine hervorragende Qualität in der Fürsorge von Schwerstkranken und Sterbenden verfügen.

„Die Arbeit mit Sterbenden ist eine aufreibende Arbeit. Die Dekoration mit dem Qualitätssiegel ist positiv sowohl für das externe als auch das interne Image des Krankenhauses. Das Siegel bescheinigt, dass interne Zuständigkeiten und Abläufe verbindlich reguliert werden“, betont der verantwortliche Krankenhaus-Direktor Peter Rezar.

Die beiden ausgezeichneten Krankenhäuser gehören zu den Burgenländischen Krankenanstalten GmbH (KRAGES), einer Management-Gesellschaft, in welcher die Mehrzahl der Krankenhäuser des Burgenlandes organisiert wird. Das Krankenhaus in Güssing betreibt 139 Betten, das Krankenhaus in Oberwart 349 Betten.

 

Der Erwerb des Siegels ist für Krankenhäuser exklusiv an das KTQ-Zertifikat gebunden. Das Zertifikat bewertet die Güte und zeichnet den Inhaber als mitmenschlich zugewandten Dienstleister seiner Region aus.

 

TransMit GmbH im Internet: www.transmit.de

Palliativsiegel prüft Prozesse und erreichte Ergebnisse in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

So hart es klingt: Die Erfahrungen in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in der Corona Pandemie weisen auf die Überfälligkeit der etwa auch mit dem Palliativsiegel dezidiert ermöglichten Versorgungsziele – wie etwa einer verbesserten Angehörigenintegration – hin.

An den empirichen Studien zu den näheren Bedingungen des Sterbens in den stationären Einrichtungen – und der mit diesen einehergehenden Begleitforschung etwa zu den Ressourcen der Helfer (2018) und zur „Eigenen Endlichkeit“ (2020) – haben ungefähr 6.000 Personen teilgenommen. Die allermeisten von diesen Mitarbeiter/-innen aus Krankenhäusern, stationären Pflegestätten, Hospizen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Team des Lina-Oberbäumer-Hauses in Soest (Foto: privat)

„Für alle mit dem Palliativ-Siegel befassten Personen besteht die gemeinsame Verpflichtung, den Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. In den letzten beiden Jahren, haben die harten Auswirkungen der Corona-Pandemie an vielen Orten des Sterbens geradezu dramatisch aufgezeigt, wie sich fehlende oder doch kaum belastbare Stukturen, etwa zur Angehörigenintegration oder der Zusammenarbeit mit Dritten bestehen auswirken, Unter den Belastungen der Pandemie zeigte sich rasch Überforderungen entstehen und es zu den schwierigen Situationen auch am Lebensende kommt. Zugleich konnten wir deutlich sehen, wie sehr sich die Einrichtungen – Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen – sich unterscheiden, das Drama war nicht überall gleich ausgeprägt. Wir sehen uns sehr bestärkt in unserem Vorgehen, dass genau auf den Ausbau solcher Strukturen, wie der aktiven Einbindung von Angehörigen, Sprechstunden und Trainings für diese, Angehörigenbeiräte, klare Ansprechparterstrukturen uswf. setzt“, so Wolfgang George, Leiter des Medizinischen Seminar George in Gießen und Initiator des Auszeichnungsprozesses hinzu.

Das Deutsche Palliativsiegel definiert insgesamt 20 Prüfkriterien. Diese bilden die wichtigsten Sachverhalte und deren prozessualenVoraussetzungen ab, die ein menschenürdiges Sterben ermöglichen. Auf dem Prüfstand stehen die zeitliche und personelle Ressourcen, die Qualität der vorgetragenen Angehörigenintegration, die Schmerztherapie und Symptomkontrolle, Angebote für Information und Kommunikation und eine eindeutige Mitarbeit des Einrichtungsmanagements.

Ausgangspunkte

Als Ausgangspunkt der Entwicklung des „Deutsche Palliativsiegel“ dienen die Ergebnisse und Erfahrungen empirischer Studien 2013 – 2020 zu den Sterbebedingungen in den Krankenhäusern, den stationären Pflegeeinrichtungen und Hospizen. Dabei zeigt sich, dass einige Krankenhäuser und Pflegeinrichtungen bereits heute über eine gute Versorgungsqualität verfügen und für andere die Verbesserung dringend notwendig ist. Ebenfalls wurde deutlich, dass ein großer Teil der über 6.000 befragten Personen, maßgeblich Mitarbeiter/-innen in Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, die Verbesserung der Kultur und Praxis der Sterbebetreuung als wichtiges Ziel ihrer Einrichtung erkannt haben.

Ziele und Nutzen

Ziel des „Deutsche Palliativsiegel“ ist es, die Versorgungsqualität von Sterbenden und Schwerstkranken entlang gültiger Kriterien zu bewerten und diejenigen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auszuzeichnen, welche diese in einem guten bzw. sehr guten Ausmaß erfüllen. Hierzu werden die Einrichtungen beraten und bei Bedarf auch unterstützt. Folgender Nutzen ergibt sich aus dem Erwerb des „Deutsche Palliativsiegel“:

  • Für die Angehörigen und die Familie: Die Orientierung an der Situation, den Bedürfnissen und Möglichkeiten des familiären Systems ermöglicht es, dass die Angehörigen nach ihren Möglichkeiten einbezogen und damit auch entlastet werden. Über den Tod hinaus werden den Angehörigen organisatorische sowie psychologische Unterstützungsmöglichkeiten aktiv angeboten.
  • Für die beruflichen Helfer: Indem die Informations- und Kommunikations- und Handlungsabläufe verbindlich etabliert werden, kommt es zu einer verbesserten Einsatzplanung und Koordination. Dies entlastet die Mitarbeiter/-innen, die für ihren Einsatz fachlich bestärkt und anerkannt werden.
  • Für das Management und den Einrichtungsträger: Die Auszeichnung ist neben dem internen auch dem externen Image der Einrichtung zuträglich, denn es ergeben sich zahlreiche wünschenswerte Kooperationen mit den komplementären Versorgungspartnern. Die Hospizbewegung hat eindrucksvoll aufgezeigt, dass sich zusätzlich eine breite gesellschaftliche Verantwortlichkeit herstellen lässt. Hiervon können alle stationären Einrichtungen profitieren: Die Betroffenen eint das Wissen, dass in zahlreichen Situationen das Krankenhaus bzw. die stationäre Pflegeeinrichtung der bestmögliche Ort des Sterbens ist. Träger, die dies verantwortungsbewusst und transparent ermöglichen, werden als Kompetent und Verantwortungsbewusst von den Menschen der Region wahrgenommen.
  • Für den Kosten- bzw. Versicherungsträger: Ihre Mitglieder bestmöglich auch am Ende ihres Lebens versorgt zu wissen, ist zentrales Anliegen aller Krankenkassen.
  • Für die komplementären Partner: Für die ambulanten bzw. sektoriellen Partner ist es nützlich zu wissen, wie die Betreuung Sterbender organisiert ist. Dies gilt sowohl für Einweisungen und Überleitungen als auch für die Entwicklung und Etablierung integrierter Versorgungsangebote oder der Zusammenarbeit mit spezialisierten ambulant palliativen Versorgungspartnern
  • Für die Region: Als Zeichen einer Fürsorgekultur
Vorgehen und Kosten Krankenhäuser

Folgendes Vorgehen führt zum Erwerb des Siegels:

  1. Wenn sich Ihr Krankenhaus für den Erwerb des Siegels interessiert, können Sie gegen eine erste Lizenzgebühr von 300 € (netto), den Kriterienkatalog und das Antragsformular bei dem MeSeGe bestellen.
  2. Ihren Antrag bearbeiten wir zeitnah.
  3. Die Prüfung der Kriterien zur Erlangung des „Deutschen Palliativsiegels“ erfolgt durch den KTQ-Visitoren oder aber durch Visitoren und Vertreter des MeSeGe (ab 1.4.2022). Es entsteht eine zweite Lizenzgebühr von 2700 € (netto). Diese gilt auch für Rezertifizierungen.
  4. Die ermittelten Ergebnisse bewertet das MeSeGe.
  5. Die Ergebnisprüfung und die Zertifikatsverleihung finden durch das MeSeGe statt.
Vorgehen und Kosten – Stationäre Pflegeeinrichtungen

Folgendes Vorgehen führt zum Erwerb des Siegels:

  1. Wenn sich eine Pflegeeinrichtung/ ein Hospiz für den Erwerb des „Deutsche Palliativsiegel“ interessiert, muss diese einen Kriterienkatalog (Lizenzgebühr 1 über 300 € netto) bezahlen und ein Antragsformular bei dem MeSeGe anfordern. Findet in der Einrichtung die mit dem Erwerb des Siegels einhergehende Reviews und Begehung statt wird eine zweite Lizenzgebühr von 2.700 € (netto) fällig. Auch für die Pflegeeinrichtunge gilt, das ein ausgefülltes Antragsformulars an das MeSeGe gesendet werden.
  2. Die Kontaktaufnahme erfolgt am einfachsten über das Kontaktformular (s.u.)
  3. Die Einrichtung erhält den Prüfkatalog und die Rechnung zur Lizenzgebühr 1
  4. Will die Einrichtung das Siegel erwerben, teilt sie dies mit und erhält das Antragsformular
  5. Es wird ein Termin der Visitation bzw. des Peer-Reviews (mit 2 anreisenden Experten) vereinbart. Zu dessen Vorbereitung erhält die Einrichtung einen strukturierten Ablaufplan des ca. 5 stündigen Aufenthaltes vor Ort
  6. Die Einrichtung erhält eine Rechnung (Lizenzgebühr 2 über 2.700 € netto) für den weiteren Prozess.
  7. Die Visitation bzw. das Peer-Review wird durchgeführt und protokolliert.
  8. Die Einrichtung erhält einen Ergebnis- / Entwicklungsbericht und bei Erfüllung der Voraussetzungen die Auszeichnung und Urkunde mit dem „Deutschen Palliativsiegel“ binnen 4 Wochen.
  9. Das Siegel ist 3 Jahre gültig. Nach 1,5 Jahre findet ein Zwischengespräch statt (500 € netto).
Wissenschaftlicher Beirat

Aufgabe des wissenschaftlichen Beirates ist es, das Deutsche Palliativsiegel fachlich, anwendungsbezogen und evaluierend weiterzuentwickeln und mit dazu beizutragen, dass dessen Zukunftsfähigkeit erhalten bleibt.

Dem Beirat gehören an:

  • Becker, Gerhild (Prof. Dr. med., Dipl. Caritaswissenschaftlerin, MSc Palliative Care), Universitätsklinikum Freiburg.
  • Grimminger, Friedrich (Prof. Dr. biol. Dr. med.), Facharzt für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Pneumologie, Onkologie, Intensivmedizin, Palliativmedizin und spezielle Schmerztherapie. Universitätsklinikum Gießen/Marburg, Sprecher des Beirates.
  • Fritz, Thorsten (Dr. med), Facharzt für Anästhesiologie, Abteilung für Schmerztherapie und Palliativmedizin am Gesundheitszentrum Wetterau.
  • Röhrig, Rainer (Prof. Dr. med.) Medizinischer Informatiker, Universität Oldenburg.
Qualitätsmanagement

Um das Siegel möglichst vielen Krankenhäusern und Pflegeinrichtungen zeitnahe und in der notwendigen Qualität anbieten zu können, wurde eine Kooperation zwischen dem MeSeGe als Träger des Siegels und der KTQ-GmbH® gewählt.

Die Vergabe des „Deutschen Palliativsiegels“ ist grundsätzlich in die Zertifizierung nach KTQ® integriert. Dies ist deshalb sinnvoll, weil ein funktionierendes Qualitätsmanagement als Voraussetzung für die Etablierung einer palliativfreundlichen Kultur anzusehen ist. Mit dem Zertifikat nach KTQ® belegen Krankenhäuser bzw. stationäre Pflegeeinrichtungen, dass ihre Prozesse in den sechs KTQ-Kategorien® Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit, Informations- und Kommunikationswesen, Führung und Qualitätsmanagement nachweislich den aktuellen Anforderungen entsprechen.


           
» www.mesege.de        www.ktq.de «
Ausgezeichnete Einrichtungen

Krankenhäuser:

Pflegeeinrichtungen:

  • Evangelische Frauenhilfe Westfalen Hans Zentrum und Lina Oberbäumer Haus / Soest
  • Evangelisches Altenzentrum / Westerstede
  • Pflegeeinrichtung Santa Isabella / Niedernberg
  • Caritas Senioren-Zentrum Haus am See
  • Albert-Osswald-Haus AWO-Stadtkreis Gießen
  • Wohnstift Hanau

 

 

Veröffentlichungen zum Thema Sterbebedingungen in Zeitschriften

Veröffentlichungen

  1. George W, Herrmann J, Banat AG, Richter MJ: Empirische Befunde zur Verlegungspraxis Sterbender Article in MMW Fortschritte der Medizin 159(S6):6-14 Octob 2017 DOI: 10.1007/s15006-017-0080-
  2. Studie zur Verlegungspraxis sterbender Menschen, Die Schwester Der Pfleger, 2/2017
  3. Verlegungen von Patienten und Bewohnern in der letzten Lebensphase, Heilberufe 7/2017 S.46-47
  4. Betreuung Sterbender: Risikofaktor Verlegung, Onkologische Pflege, Heft 3 S.64-66, 201
  5. New Seal of Quality, Journal of Palliative Care & Medicine, 3/2016
  6. Unnötige Verlegungen vermeiden, pflegen: palliativ 31, 3. Quartal, 2016
  7. Einflussfaktoren auf die Verlegung Sterbender, das krankenhaus, 12/2016
  8. Sterbeort Hospiz, Deutsche Zeitschrift für Onkologie, 47, 2015
  9. Place of death nursing hom, MMW Fortschritte der Medizin, Originalien II/2015 S.17-25
  10. Sterben in Pflegeheimen und deren Konsequenzen für den Hausarzt, Hessisches Ärzteblatt, Heft 7/8 2015 S.30-31
  11. Sterben in stationären Pflegeinrichtungen, das krankenhaus, 4/15 S.330-338
  12. Sterben im Heim, Altenpflege, Heft 3 Jg 40 S.62-66, 2015
  13. Sterben nicht vorgesehen, Thieme Intensiv 23 (1): S.27–34, 2015
  14. Gießener Studie zu Sterbeorte: Teil 2 Stationäre Pflegeeinrichtungen, Pro Alter, Januar/Februar 2015
  15. Heterogene Qualität bei den stationären Einrichtungen, Pflege-Zeitschrift, 11/2015
  16. Überleitung als Schlüssel zur Verbesserung der Versorgungsqualität Sterbender in den Krankenhäusern, Unterricht Pflege, Prodos-Verlag, 4/2015
  17. Interview: „Wir dürfen uns nicht allein auf das Hospiz verlassen“, Die Schwester Der Pfleger, 6/2015
  18. Interview: „Es gibt viel Schatten aber auch Licht“, Die Schwester Der Pfleger, 1/2015
  19. Gießener Studie zu Sterbeorte: Teil 1 Das Krankenhaus, Pro Alter S 46-49 November/Dezember 2014
  20. Qualität zahlt sich aus, Zeitschrift für Palliativmedizin 5/2014 S200-202
  21. Neues Qualitätssiegel: Palliativ-freundliches Krankenhaus und Palliativ-freundliche stationäre Pflegeeinrichtung Hessisches Ärztblatt Heft 10/2014
  22. Leitbilder schaffen und Erfolge dokumentieren: Wege zu einer besseren Sterbekultur, Praxis Pflegen 18/2014
  23. Sterbebetreuung in deutschen Krankenhäusern: Herausforderung und Chance für die Pflegenden, Praxis Pflegen 18/2014
  24. Jors K, Adami S, Xander C, Meffert C, Gärtner J, Bardenheuer H, Buchheidt D, Mayer-Steinacker R, Viehrig M, George W, Becker G: Dying in Cancer Centers: Do the circumstances allow for a dignified death? Cancer J, 2014
  25. Neues Qualitätssiegel: KU-Gesundheitsmagazin, 7/14 S.67-68
  26. Sterben im Krankenhaus: Neue empirische Ergebnisse, Dr. med Mabuse Heft Mai/Juni 2014
  27. Lebensende in Würde: Sterbende benötigen gut vorbereitete Krankenhäuser, Heilberufe 4/2014 S.35-37
  28. Sterben im Krankenhaus unter besonderer Berücksichtigung der Ausbildung der beruflichen Helfer, PADUA Heft 4/2014
  29. Sterben im Krankenhaus: Ärzte üben Kritik an der Ausbildung & Interview, Deutsches Ärzteblatt 3/2014
  30. Baseline-Bestimmung zum Sterben im Krankenhaus, Bundes-Hospiz-Anzeiger Ausgabe 1/2014 S.14-15
  31. Sterbebegleitung anstelle Sterbehilfe, Krankenhaus-Umschau Gesundheitsmagazin 2/2014 S.68-71
  32. Sterbebedingungen in deutschen Krankenhäusern unter Berücksichtigung hessischer Einrichtungen, Hessisches Ärzteblatt 2/2014 S.72-74
  33. Interview: „Zum Teil sehr erfreuliche Entwicklungen“, Deutsches Ärzteblatt, Heft 9 2/2014
  34. Deutliche Fortschritte und mangelhafte Bedingungen: Neue Ergebnisse zum Sterben im Krankenhaus und deren Auswirkungen auf die Pflege, PflegeZeitschrift 12/2013 S716-720
  35. Sterbebedingungen in deutschen Krankenhäusern, DBfK-Aktuell 12/2013
  36. Anmerkungen zu den Sterbebedingungen in deutschen Krankenhäuser, IN: das krankenhaus (11/2013) S.1177-1181
  37. Zur Situation des Sterbens in deutschen Krankenhäusern Münchener Medizinische Wochenschrift 16/1989
  38. Sterben im Krankenhaus, Deutsches Ärzteblatt 28/1989:
  39. Aktuelle empirische Daten zu den Sterbebedingungen im Krankenhaus Zeitschrift für Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie 12/1989
  40. Die Sterbesituation im Krankenhaus, Die Medizinische Welt 41/1990
  41. Krankenhaustod in Deutschland Das Krankenhaus 11/1990
  42. Andreas Bartels & Wolfgang George: Pragmatische Ethik im Krankenhaus. Ethische Überlegungen zur Betreuung Sterbender, Cognitio humana – Dynamik des Wissens und der Werte 1996

Buchveröffentlichungen zum Thema

Buchübersicht: „Sterben im Krankenhaus“ (2013)

Buch-Bestellformular: „Sterben in stationären Pflegeeinrichtungen“ (2014)

Betreuungsorte sterbender Menschen in Deutschland 2017

Prof. Dr. Wolfgang George bei einem Hospiztreffen in Wetzlar (Foto: Wilfried J. Klein)

Prof. Dr. Wolfgang George bei einem Hospiztreffen in Wetzlar (Foto: Wilfried J. Klein)

Die meisten Menschen Deutschlands sterben auch 2017 in Krankenhäusern (ca. 50%) oder in Altenpflegeeinrichtungen (ca. 30%). Nur ca. 20% sterben zu Hause in der gewohnten Umgebung und sozialen Umfeld. Obwohl die weit überwiegende Mehrzahl sich dies wünschen.

In der ambulanten Palliativversorgung hat man große Fortschritte gemacht  (insbesondere durch Einführung der SAPV). Dank an der Lebensqualität des sterbenden Menschen orientierter Konzepte, zielt diese eine an den Bedürfnissen des Schwerstkranken an. Praktisch bedeutet dies etwa die Einbeziehung der Familie, Ermöglichung von Schmerzfreiheit und offene Kommunikation.

Auch die sich ambulant engagierenden Hospizgruppen und Fachpflegedienste ermöglichen den Menschen das Sterben in deren häuslichen Umwelt wieder umfassender als dies noch vor einem Jahrzehnt möglich war.

Nun gilt es die Verantwortung des Hausarztes – etwa im Rahmen der AAPV – wieder zu stärken, denn nur so erscheint es möglich auch flächendeckend und zu verantwortbaren Kosten den Trend wieder mehr Menschen das Sterben zu Hause zu ermöglichen, zu stärken.

Dass die meisten Menschen ihre letzten Lebensstage nicht in ihren eigenen vier Wänden verbringen, hat gewichtige Ursachen. Das immer höhere Lebensalter und die mit diesem einhergehende Multimorbidität und Pflegebedürftigkeit (a), der Trend der Verstädterung (b), kleinerer und in weiterer Entfernung voneinander lebende Familien (c),  die demographische Entwicklung mit mehr alten Menschen (d) um nur einige Gründe zu benennen, lassen davon ausgehen, dass sich eine Sterben in den Einrichtungen, trotz einer Anpassung der strukturellen Voraussetzungen der ambulanten Versorgung, so rasch nicht ändern wird. So ist vielleicht auch zu verstehen, dass das Gesetz zur Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung aus dem Jahr 2015 hier eine neue Qualität anzielt.

Gerade vor dieser Situation, stellt sich nicht nur für Angehörige sondern auch für die Versorgungsforschung die dringende Frage nach der erreichten Versorgungsqualität in den Krankenhäusern und Pflegeheimen und dies nicht nur in den palliativen Versorgungsbereichen.

Ist das Genossenschaftsmodell der Königsweg zur Gestaltung der Energiewende?

Energiewende oder Rollback? (Foto: Julian Nitzsche / pixelio.de)

Energiewende oder Rollback? (Foto: Julian Nitzsche / pixelio.de)

Dass die Energie-Genossenschaften ein Erfolgsmodell sind, zeigt eine Bilanz des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV): Nach dieser sind bereits mehr als 80.000 Menschen mit mehr als 1/4 Milliarde Euro in Energie-Genossenschaften engagiert und es ist klar, dass dies nicht das Ende der Fahnenstange ist.

Die Energie-eG´s haben bisher ungefähr 800 Millionen Euro investiert, 2013 ist die Milliardengrenze erreichbar. Die Genossenschaften produzieren zwischenzeitlich annähernd 0,3 GWh Strom und können damit (als Energieäquivalent) 83 tausend Durchschnittshaushalte versorgen. Um in dem Rechenbespiel zu bleiben: damit wird mehr Strom produziert als die Mitglieder selber benötigen. Dennoch ist diese Leistungsbilanz, die durch Ergebnisse des Novy-Instituts bestätigt werden kein Grund zum Innehalten oder Euphorie.

Immer mehr Bundesländer, Städte, Gemeinden und deren Bürger erkennen die Vorteile des genossenschaftlichen Vorgehens. Zugleich sind Interessen und Möglichkeiten derer, welche die Energieproduktion faktisch in den Händen weniger belassen wollen enorm.

Es wird darauf ankommen, 2013 eine erfolgreiche Kommunikations-Kampagne für unser Modell zu führen, die von allen Bürgern und Meinungsbildnern wahrgenommen werden kann.

Wie organisiert man regionale Wertschöpfungsketten?

Eine Fortbildung zum „Zertifizierten Regionalökonomen“ bietet die Technische Hochschule Mittelhessen ab dem kommenden Wintersemester an. Der Lehrgang des Hochschulzentrums für Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiter kommunaler und anderer öffentlicher Einrichtungen, an Beschäftigte der Regionalwirtschaft, an Planungs-, Projekt- und Beratungs-Gesellschaften.

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Regional-ökonomisches Wissen werde dringend benötigt, bilanziert Prof. Dr. Wolfgang George, fachlicher Leiter des Lehrgangs. Und er erläutert: „Die Teilnehmer lernen, wie regionale Wertschöpfungsketten multidimensional organisiert und regionale Marken aufgebaut werden. Sie können so der erkennbaren Abwanderung aus dem ländlichen Raum und dem regionalen Kaufkraftverlust entgegenwirken.“ (Foto: TH Mittelhessen)

Das Handwerkszeug hierfür liefert der einsemestrige nebenberufliche Lehrgang in drei Modulen. Zunächst geht es um „Methoden, Techniken, Qualitäts- und Risiko-Management“.Das zweite Modul widmet sich speziellen Problemen der Regional-Ökonomie wie Finanzplanung, Marketing, Businessplan und Controlling. Der letzte Abschnitt trägt den Titel „Regional-Ökonomie als Strategie der Unternehmens- und Geschäftsfeldentwicklung“. Die Wissensvermittlung erfolgt über eine Online-Lernplattform.

Zusätzlich sind 15 Präsenztage vorgesehen. Die Leistungsnachweise werden für den Studiengang Master of Business Administration der THM anerkannt.

Kooperationspartner sind der Deutsche und der Hessische Städte- und Gemeindebund. Der Lehrgang beginnt im Herbst. Anmeldeschluss ist der 1. Oktober.

Weitere Informationen gibt es bei Tina.Weiss@hzw.thm.de und im Internet (www.thm.de/hzw).

Mehr Kooperation in Mittelhessen anstreben und fördern

Zur Kooperation braucht man keine wehrhaften Burgen (Foto: wjk)

Zur Kooperation braucht man keine wehrhaften Burgen (Foto: wjk)

Wenn es gilt ein, für eine Region relevantes wirtschaftliches Ziel zu erreichen, dass nur über die Zusammenarbeit möglichst vieler erreicht werden kann. Dies ist in keinem anderen Handlungsrahmen leichter möglich als in dem der Genossenschaft.

Diese Wahrheit ist seit über 150 Jahren, weltweit viele tausend Mal bestätigt worden, sie wurde in Deutschland erfunden. In Hessen besitzt das Genossenschaftswesen bis heute Verfassungsrang (§44).

Abschlussbericht „Hessischer Energiegipfel“ liegt vor.

Hessischer Energiegipfel

Am 10. November 2011 fand in der Staatskanzlei in Wiesbaden die Abschlusssitzung zum Hessischen Energiegipfel statt. Im Anschluss daran stellten der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier gemeinsam mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Jörg-Uwe Hahn, Umweltministerin Lucia Puttrich, Wirtschaftsminister Dieter Posch und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer die Ergebnisse der Beratungen vor. (Foto: Pressestelle der Hessischen Staatskanzlei)

Genossenschaftliches Vorgehen hat die Chance, sich als Leitmodell durchzusetzen.

„Wir sehen uns in unserem Vorgehen Energie-Genossenschaften in möglichst enger Abstimmung mit den kommunalen Partnern zu gründen bestätigt“.

Der § 121 der Hessischen Gemeindeordnung, der die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen begrenzt, soll zugunsten einer „kriteriengeleiteten“ Betätigungs-Möglichkeit relativiert werden. Und hier denkt man auch an die Beteiligung von Bürger-Genossenschaften.

„Wesentliche Aussagen des Berichtes bestätigen ausdrücklich unser bisheriges Vorgehen.“, bewertet Dr. Wolfgang George von der ARGE Energie-Genossenschaften den am 10. November veröffentlichten Abschlussbericht des Hessischen Energiegipfels.

Der 22-seitige Bericht fasst die Ergebnisse und Empfehlungen der 4 Arbeitsgruppen und die verschiedenen Kommentierungen der hessischen Oppositionsparteien zusammen.Zu folgenden Sachverhalten formulieren die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse und Empfehlungen:

1. Ausbau eines zukunftsfähigen Energiemixes aus erneuerbaren und fossilen Energien in Hessen.
2. Identifizierung von Energieeffizienz- und Energiespar-Potentialen in Hessen.
3. Anforderungen an eine verlässliche und versorgungssichere Energieinfrastruktur.
4. Gesellschaftlichen Akzeptanz einer veränderten Energiepolitik in Hessen.

„Natürlich bleiben zahlreiche Unschärfen und auch offene Fragen. Umso erfreulicher, dass unsere Kernbotschaft einer kooperativen Regional-Ökonomie sich an verschiedensten Stellen einfindet, obwohl wir nicht direkt in der Gruppe vertreten waren.

Wenn wir auch weiterhin in kooperativ-intelligenter Abstimmung mit den Vertretern der Kommunen, deren Stadtwerken, den regionalen Banken und eben auch den Bürgern vorgehen, wird sich das genossenschaftliche Vorgehen als Leitmodell durchsetzen. Da bin ich sehr zuversichtlich.

Zugleich müssen wir kritisch prüfen, wie wir unsere Argumente, Erfahrungen und Modelle zukünftig konstruktiv in einen zu erstellenden hessischen Masterplan einbringen. Aber auch hier bin ich zuversichtlich, denn uns eint das gemeinsame Interesse an einer lebenswerten Zukunft in Hessen.“

Muss der Bürger passiver Betrachter der Energiewende bleiben?

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Sind alle Kriterien der regionalen Ökonomie berücksichtigt worden? (Foto: Benjamin Klack / pixelio.de)

Zulassungsbehörden müssen die Interessen der Region und der Bevölkerung vertreten.

Prof. Dr. Wolfgang George: „Wir leben in einem wettbewerbsoffenen Land und in Brüssel achtet man sehr auf dieses Leitziel. Zugleich verdeutlicht die gegenwärtige Diskussion um die Ermöglichung der Energiewende das ganze Dilemma eines idealisierten freien Wettbewerbs.

Ist es fair und wirtschaftlich sinnvoll, dass primär die überregionalen Entwickler, Investoren und Betreiber der regenerativen Energie-Produktionsstätten den monetären Nutzen haben? Und warum muss eine mehr oder weniger zur passiven Betrachtung verpflichtete Bevölkerung die Hauptlast der unterschiedlichen Nebenwirkungen, die sich ergeben, ertragen?“Die mit der Zulassung der Anlagen beauftragten öffentlichen Stellen stehen vor der schweren Aufgabe die Interessen der Region und die „des freien Wettbewerbs“ verantwortlich zu balancieren. Dabei findet dieser Ausgleichsakt keinesfalls in einem gesellschaftspolitisch luftleeren Raum statt. Vielmehr geht es zahlreichen ländlich-geprägten Regionen, deren Städte und Gemeinden Deutschlands wirtschaftlich definitiv schlecht und die Talsohle ist noch nicht erreicht.

Umso eindrucksvoller ist es, dass es einigen dieser Problemlage-Gemeinden nach nur wenigen Jahren gelungen ist, einen eindrucksvollen “turn-around“ aufgrund des konsequenten Ausbaus der erneuerbaren Energien zu erreichen.

Soll diese Erfahrung als Spezialfall oder als systematischer Prozess zugunsten der Regionalentwicklung verwendet werden?

Als wesentliche Vertreter des ländlichen Raums, die sich in immer größer werdender Zahl dem Ausbau der erneuerbaren Energien verschreiben, sind die Bürgermeister des Landes auszumachen. Diese erkennen zwischenzeitlich die Möglichkeiten die sich gegenwärtig für ihre Gemeinden und Regionen bieten.

Dabei haben die klugen Bürgermeister erkannt, dass die sie interessierende regionale Wertschöpfung weit über die Gewerbesteuer und Pachteinnahme hinaus reicht. Über 70% dieser werden im Betrieb, Kapitaldienst, neuen bzw. langfristig gesicherten Arbeitsplätzen gewonnen! Hier sehen sie einen Teil der Zukunftssicherung ihrer Gemeinde und Region.

So sind die politisch Verantwortlichen und ihre Zulassungsbehörden gefordert nachhaltig-funktionierende Lösungen für die Regionen und deren Bevölkerung zu identifizieren und dies in einem Zulassungsverfahren in den Kriterien wie regionale Wertschöpfung, Zukunftsfähigkeit der Region, Klimaschutz und soziale Befriedung ihre Berechtigung haben.

Transition Towns – Städte im Wandel

Vortrag über Städte im Wandel und Energiewende-Initiativen

Zu einem Vortrag über die „Transitions Towns“ lädt die NABU Umweltwerkstatt Wetterau am Freitag, den 28. Oktober 2011, um 20.00 Uhr in den kleinen Saal des Bürgerhauses in Assenheim (Hauptstraße 2) ein. Einlass zu dieser öffentlichen Veranstaltung ist um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.

Lokale Lebensmittelproduktion, lokale Tauschmittel und eine lokale Energieversorgung sind die Eckpfeiler der aus England stammenden Idee der „Transition Towns“, die Frank Uwe Pfuhl in seinem Vortrag vorstellen wird. Ein Phänomen, das 2006 in der Stadt Totnes begonnen, längst auch einige deutsche Städte ergriffen hat. Die Idee ist ganz einfach: Die Rückbesinnung auf lokale oder regionale Kreisläufe macht zahlreiche soziale, ökologische und wirtschaftliche Probleme beherrschbar. Damit soll insbesondere dem Klimawandel und den Problemen des immer knapper werdenden Erdöls begegnet werden.

Genossenschaften führen die Interessen vieler zusammen.

Dr. Wolfgang George: Das Rechts-, Wirtschafts- und Sozialformat bietet den handelnden Akteuren in der Krankenversorgung und der Gesundheitswirtschaft die Möglichkeit zur Etablierung einer wertegeleiteten Ökonomie. (Foto: Wilfried J. Klein)

Dr. Wolfgang George: Das Rechts-, Wirtschafts- und Sozialformat bietet den handelnden Akteuren in der Krankenversorgung und der Gesundheitswirtschaft die Möglichkeit zur Etablierung einer wertegeleiteten Ökonomie. (Foto: Wilfried J. Klein)

Das genossenschaftlich organisierte Handeln bietet sich an, um die Interessen vieler bei einer Projekt-Finanzierung oder beim Geschäftsbetrieb zusammenzuführen. Das demokratische Wirtschaftsprinzip der Genossenschaft ist als förderungswürdiges Staatsziel in zahlreichen Bundesländern aufgeführt.

Netzwerke verhindern Insellösungen.

Im Gesundheitswesen und der Sozialwirtschaft existieren tradierte Betätigungsfelder von Genossenschaften (Einkauf, Handel, Wohnungswirtschaft). Die für die gegenwärtigen Anforderungen (etwa nach Zusammenführung der Systembeteiligten, integrierter Zusammenarbeit) zeitgemäßen Lösungen existieren in der Praxis — wenn überhaupt — als unverbundene Insellösungen.

Veränderte Rahmenbedingungen für die Region erfordern neue berufliche Kompetenzen.

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Prof. Dr. Wolfgang George: Schlüssel zum Erfolg die regionalen Veränderungen nutzen (Foto: Wilfried J. Klein)

Die verschiedenen Handlungsfelder der Regionalwirtschaft und die sich aus diesen ergeben, haben sich verändert. Der Wandel ergibt sich weniger aus den gesetzlichen Veränderungen oder neuen Erkenntnissen der Volks- und Betriebswirtschaft als vielmehr den sich ändernden endogenen Bedingungen für die Region. So wirken sich der demographische Wandel, Landflucht, Konzentration der Unternehmen und Kompetenzen nicht ausgeglichenen Kommunalhaushalten und der damit einher gehende Rückbau infrastruktureller Leistungen zusehend aus.

Berufliche Aus- und Weiterbildungen zum Regionalmanager waren eine Reaktion auf diese Änderungen. Indes zeigt sich gegenwärtig dass die vermittelten Methoden und Kenntnisse nur bedingt geeignet sind die gegenwärtig notwendigen Steuerungen zu vermitteln.So ist noch dezidierteres Wissen um das wirtschaftliche Entwicklungspotential der Region gefordert. Aus diesen — zu mehr Wettbewerb und Aktionsfeldern in der Region — führenden Potentialen haben sich neue Organisations-Formen, Funktionalitäten und Geschäftsmodelle für die Regionalwirtschaft etabliert. Diese bleiben nicht ohne Auswirkung auf die Tätigkeits- und Verantwortungs-Profile der Kommunen, Stadtwerke und die in der Region tätigen Organisationen und deren Mitarbeiter. So ist ein Schlüssel zum Erfolg die regionalen Veränderungen zu nutzen die Ausbildungsqualität, Kenntnisse und Fähigkeiten der handelnden Personen.

Globale Krise – Regionale Nachhaltigkeit

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»Globale Krise – Regionale Nachhaltigkeit« (Buchcover)

Immer mehr Autorlnnen sehen in einer Regionalisierung des Wirtschaftens einen Zukunftsweg. In dem Band »Globale Krise – Regionale Nachhaltigkeit« skizziert der Politikwissenschaftler Ulrich Brand einmal mehr den Zusammenhang sich überlagernder Krisenphänomene – er spricht von »multipler Krise« – und stellt der »dominanten Krisendeutung« von der Konjunkturkrise eine alternative Deutung entgegen, der gemäß die gegenwärtige Konfliktlage »Ausdruck der offenbar mit den bestehenden Instrumenten nicht mehr bearbeitbaren Widersprüche des neoliberal-imperialen und globalisierten Kapitalismus« darstellt (S. 13). Es gehe um »tief in den Gesellschaften verankerte Produktions- und Lebensweisen, die sozial spaltend und Natur zerstörend sind« (ebd). Brand fordert eine »neue, progressive Transformation quer durch die Gesellschaft« (S. 24), die insbesondere auch dem »Staatspersonal selbst plausibel sein« müsse (S. 24). Die entscheidende Frage für progressive Politik sei die Herausbildung einer neuen Produktions- und Lebensweise, »die nachhaltig, solidarisch und demokratisch ist« (ebd.).

Der Autor spricht von einem »neuen Protektionismus«, der »zentrale gesellschaftliche Bereiche wie Ernährung, soziale Sicherheit und öffentliche Güter vor den Finanzmärkten und den damit verbundenen Interessen schützt« (ebd.).

Die Frage »Systemfehler oder Akteursversagen?« beantwortet Damel Deimling in der Folge dahingehend, dass das System den Akteuren falsche Anreize setze. Die Aufblähung des Finanzmarkts führe zur Kluft zwischen »realem und illusorischem Vermögen« (S. 47), die darauf folgenden Krisen seien nichts anderes als »Wertberichtigung«, jedoch mit dramatischen Folgen für die Gesellschaften. »Mit der Gier ist also das Streben der Banken nach absurd hohen Renditen gemeint, die sich folgerichtig im Vergütungssystem der Banker widerspiegeln.« (S. 47)

Stellvertretend für die weiteren Beiträge sei hier noch auf die Ausführungen des Herausgebers Ulf Hahne eingegangen, der ein Positivszenario einer regionalisierten Ökonomie entwickelt. Regionen sind für ihn »Laboratorien für Zukunftslösungen« im Sinne von nachhaltigem Wirtschaften und Leben (S. 71). Mobile Standortfaktoren wie Arbeitskosten oder Kreativpotenzial würden die gegenwärtig übliche Standorthierarchie bestimmen (»World-City-Hypothese« von Sassia Sassen und Paul Friedman; Konzept der »kreativen Klasse« von Paul Florida). Der Erfolg der Regionen außerhalb der Agglomerationszentren beruht nach Hahne hingegen auf »der Ausprägung immobiler Standortfaktoren«. Dazu zählt er nicht nur das lokale Sachkapital und die »Sesshaftigkeit von Arbeitskräften wie familiengeführten Unternehmen, sondern auch die natürlichen Voraussetzungen, die institutionellen Regeln, die ethischen und kulturellen Gepflogenheiten der Region« (S. 70). Als Zukunftsfelder für Regionalisierung beschreibt Hahne »regionale Energieeffizienz« in der postfossilen Ära (einschließlich der »Rekommunalisierung der Energieversorgung«), »regionale Wertschöpfungsketten« (z. B. Produktionsnetzwerke)sowie schließlich regionale Wohlstandskonzepte«, die neben regionaler Kaufkraftbindung auch »regionale Atmosphäre« (Erscheinungsbild von Städten und Regionen), »Kontaktspielräume und Subsistenz« sowie »regionale Selbststeuerung« enthalten. Im Sinne von »Governance« als »Koordination kollektiven Handelns zwischen Politik und Bürgern, Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft« seien auf regionaler Ebene Partizipationsprozesse möglich, die Akteure zusammenführen – Vorgänge, die freilich der Moderation bedürfen.

Hahne ist überzeugt, dass von Regionen »Systeminnovationen« ausgehen können, »welche die Dimensionen des materiellen (…), die Dimensionen der Kontakt- und Kooperationsspielräume sowie die Dimension von Entscheidungsspielräumen und Governance umfassen« (S. 87).

Weitere Beiträge des Bandes thematisieren »Siedlungsstrukturen und regionale Energieversorgung«, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf lokale Nachhaltigkeitsstrukturen, die Möglichkeiten »sozialer Stadtentwicklung« sowie »problematische Territorialisierungen« anhand ethnischkultureller Grenzen. Noch sind die Konturen der sich abzeichnenden Regionalökonomien unklar, doch liegt in ihnen, so auch die Überzeugung des Rezensenten, ein Steuerungspotenzial für ein neues Verständnis von Wohlstand.

Hans Holzinger – Aus: pro Zukunft 4.2010 und CONTRASTE Nr. 319 (April 2011, Seite 14)

Ulf Hahne (Hg): Globale Krise – Regionale Nachhaltigkeit –
Handlungsoptionen zukunftsorientierter Stadt- und Regionalentwicklung.
Detmold: Rohn, 2010. 220 S., 29 EUR

Junge Genossenschaften sind in Märkten mit Wachstumspotenzial tätig

Genossenschaften im Bereich erneuerbare Energien stark im Aufwind (Foto: Wilfried J. Klein)

Genossenschaften im Bereich erneuerbare Energien stark im Aufwind (Foto: Wilfried J. Klein)

Die eingetragene Genossenschaft unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Gründung

Genossenschaften sind aus unternehmerischer und organisatorischer Perspektive einzigartige Kooperationen, die in sich sowohl Elemente von Personengesellschaften als auch Elemente von Körperschaften vereinen. Sie sind historisch gesehen aus der Not geborene Selbsthilfeeinrichtungen, von den Mitgliedern als Ausdruck demokratischer Freiheit und gegenseitiger solidarischer Hilfe selbst verwaltet und selbst verantwortet. In ihr schließen sich eine Vielzahl von Personen zusammen, um einen gemeinsamen wirtschaftlichen Zweck zu verfolgen . Ihre Geschäftstätigkeit fokussiert auf den Member-Value, während bei Kapitalgesellschaften der Shareholder-Value dominiert . Genossenschaften sind nicht nur in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie haben weltweit Verbreitung gefunden.

Die Gründung von Genossenschaften ist im letzten Quartal des 20. Jahrhunderts stark abgeebbt, weil das Image der genossenschaftlichen Rechtsform von vielen auf Kooperation bedachten Personen und Unternehmen als unattraktiv empfunden wurde . Die Mehrheit der Befragten lehnte die eingetragene Genossenschaft als nicht modern genug ab, auch wenn sie sich beim Rechtformvergleich in einer Reihe von Punkten positiv von anderen Kooperationsformen abgrenzt.

Vielfach wird bei der Rechtsformwahl angeführt, dass bei der Genossenschaft die Gründungsprüfung einen erheblichen Teil des Gründungsaufwandes ausmacht und dieser daher deutlich höher als z.B. bei der GmbH und den Personengesellschaften ausfällt. Tatsächlich fordert der Gesetzgeber für andere mit der eingetragenen Genossenschaft konkurrierende Gesellschaftsformen keine Gründungsprüfung. Die Gründungskosten fallen jedoch zumeist moderat aus. Auch ist zu berücksichtigen, dass bei der Bewertung der Kosten der Gründungsprüfung vielfach die sich daraus ergebenden Chancen außer Acht gelassen werden. Ein Kosten-Nutzenvergleich findet häufig leider nicht statt. Diejenigen, die sich für die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft entschieden haben, sahen demzufolge in ihrer Mehrheit die obligatorische Gründungsprüfung nicht als Nachteil an .

Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der Neugründungen stark angestiegen. Die Mehrzahl dieser jungen Genossenschaften ist in Märkten mit Wachstumspotenzial für neue, innovative Produkte und Dienstsleistungen tätig. Meist sind es Märkte, die aufgrund gesellschaftlicher, technologischer und politischer Umbrüche neue Chancen eröffnen. Ein solcher Markt ist die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. Neue Technologien, veränderte politische Rahmenbedingungen (EEG) und ein verändertes gesellschaftliches Bewusstsein, ermöglichen heute viel leichter dezentrale Lösungen.

Ziel der Autoren Volkmar Kaiser und Rechtsanwalt Dr. Edgar Steinle ist es, dem Leser die rechtliche Verfasstheit der eingetragenen Genossenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Gründungsanforderungen näher zu bringen. Der Fokus liegt dabei auf Genossenschaften, deren Unternehmensgegenstand auf den Betrieb von Photovoltaikanlagen (Photovoltaikgenossenschaften) und Nahwärmenetzen (Nahwärmeliefergenossenschaften) gerichtet ist.

Beitrag zum Buch „Regionales Zukunftsmanagement – Band 5: Energiegenossenschaften gründen und erfolgreich betreiben“

Regionale Ökonomie : Bürger mobilisieren ihre eigenen Ressourcen

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Prof. Dr. Hans-H. Münkner schrieb in seinem Buchbeitrag über die regionale Ökonomie

Helmut Euler: Das Geld des Dorfes dem Dorfe

Obgleich Kenntnisse über Genossenschaften oft fehlen, Vorurteile weit verbreitet sind und Genossenschaftslehre im Unterricht an Schulen und Universitäten eher die Ausnahme, als die Regel ist, zeigt sich in den vergangenen Jahren verstärktes Interesse an der Gründung neuer Genossenschaften.

Wie zu Zeiten Raiffeisens und Schulze-Delitzschs entwickeln sich mit Bio-Energiedörfern, genossenschaftlichen Dorfläden und Kooperation im Gesundheitswesen replizierbare Modelle neuer Genossenschaften, die zahlreiche Nachahmer finden.

Als neuer Trend ist zu beobachten, dass der Nutzerkreis sich erweitert. Von einer begrenzten Selbsthilfegruppe für individuelle Zwecke kommt es häufiger zu lokalen und regionalen Bürgergruppen zu Verfolgung kommunaler und regionaler Zwecke, wo der Staat sich zurückzieht und kommerzielle Investoren kein Interesse zeigen. Bürger mobilisieren ihre eigenen Ressourcen um Infrastruktur zu erhalten und auszubauen, Lebensqualität in der Kommune nachhaltig zu verbessern, Arbeitplätze außerhalb der Landwirtschaft zu schaffen, Selbstversorgung mit Energie, Nahrungsmitteln und sozialen/kulturellen Dienstleistungen zu organisieren.

Dafür wurden durch die Genossenschaftsrechtsnovelle 2006 die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert. Es werden Gründungshilfen organisiert und Gründungskosten gesenkt. Typisch genossenschaftliche Finanzierungsregeln werden wieder entdeckt und zeigen den Weg zur Mobilisierung örtlicher Ressourcen für örtliche Entwicklung nach dem Motto „Stärkung der örtlichen Infrastruktur mit eigenen Ressourcen“.

Helmut Euler, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Hessenland eG spricht in einem Bericht in der Oberhessischen Presse (vom 26.05.2011, S. 27) von der VR Bank Hessenland „als Impulsgeber, nicht als investierender Akteur: Das Geld des Dorfes dem Dorfe“ und von Geldanlagen, „die den Bürgern die Teilhabe an der Wertschöpfungskette ermöglichen“.

Kurzbiographie von Prof. Dr. Hans-H. Münkner

Geboren 1935. Jurastudium in Marburg, Mainz und Berlin 1955 – 1961, Abschluss mit 1. juristischem Staatsexamen. Ausbildung als Genossenschaftsberater für Entwicklungsländer 1962/63, 1970 Promotion zum Dr. jur. am Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität Marburg, mit einer Arbeit zum afrikanischen Genossenschaftsrecht. 1972 Ernennung zum Professor für in- und ausländisches Gesellschaftsrecht und Genossenschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg. 1972-1991 Mitglied des Direktoriums, von 1991 bis 2000 geschäftsführender Direktor des Instituts für Kooperation in Entwicklungsländern der Philipps-Universität Marburg. Seit 2000 im Ruhestand.Gastprofessuren: 1982-1988 Universität Padjadjaran (UNPAD), Bandung, Indonesien; 1993 Universität Paris V, René Descartes.
Forschungsschwerpunkte: Gesellschaftsrecht und Bodenrecht der Entwicklungsländer, insbesondere Genossenschaftsrecht (Gesetzgebungsberatung) und Selbsthilfeförderung in Afrika und Asien, Einsätze als Berater im Rahmen internationaler (FAO, ILO, UNIDO UNDAT, IFAD) und bilateraler Entwicklungszusammenarbeit (GTZ, FES, KAS) in Afrika, Asien, Pazifik, Lateinamerika. 1987-1991 Koordinator des Großprojekts der DG BANK „Strukturfragen der deutschen Genossenschaften“.
Gesetzgebungsberatung im Bereich Genossenschaftsrecht in Europa (Malta 1978/79); Afrika (Obervolta/Burkina Faso 1978-1980; Tansania 1982/83; Lesotho 1984; Guinea/Conakry 1985; Zimbabwe 1986-88; Kamerun 1990-92; Kenia 1994; Côte d’Ivoire 1995; Mauritius 1997); Asien (Singapur 1974/75; Thailand 1979/80 und 1994; Pakistan 1983; Malaysia 1989); Süd-Pazifik (Solomon Islands und Tuvalu 1987).

Mitgliedschaften: Seit 1973 Mitglied des Board of Trustees, seit 1992 Patron und seit 2009 Fellow der Plunkett Foundation for Co-operative Studies, Oxford. Seit 1974 Vorstandsmitglied der Gesellschaft für afrikanisches Recht. Mitglied des Grundwertekomitees und von der Reference Group für die Reform der Genossenschaftsprinzipien des Internationalen Genossenschaftsbundes (IGB), Genf (1990 bis 1995). 1994-1999 Mitglied des Beirates Bodenrecht und Bodenordnung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn. Mitglied der Faculté Européenne des Sciences du Foncier, Strasbourg. Seit 1990 Mitglied der Asociación Internacional de Derecho Cooperativo, Universidad de Deusto. Seit 1995 Ehrenmitglied der British Co-operative Law Association.

Prof. Dr. Hans Münkner ist ebenso Verfasser zahlreicher Bücher und Aufsätze über die Themen Genossenschaftstheorie, Recht der Selbsthilfeorganisationen, Selbsthilfeförderung, afrikanisches Bodenrecht, Recht und Entwicklung und Gesetzgebungsberatung.

Warum ein Gründerzentrum Genossenschaften?

Gemeinsames (Er-)Wirtschaften hat seinen besonderen Charme.

Genossenschaften galten lange Zeit als angestaubt und uncool. Sie sind historisch gewachsen, von den Gilden und Kooperationen des Mittelalters, über den Weyerbuscher Brodverein hin zu den modernen Genossenschaften der Jetzt-Zeit.

Raiffeisen-Denkmal in Neuwied (Foto: F. Lang, Quelle:wikipedia)

Raiffeisen-Denkmal in Neuwied (Foto: F. Lang, Quelle:wikipedia)

Eng verknüpft mit den Lebenswerken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch erlebt das Rechts- und Sozialformat der Genossenschaft heute tatsächlich eine Renaissance.

Mehr Chancen durch die kooperative Ökonomie.

Der weltweite Erfolg der Genossenschaften ist eindrucksvoll. Laut Aussage der UNO existieren in mehr als 100 Ländern viele Tausend Genossenschaften, in denen 800 Millionen Mitglieder beheimatet sind und die über 100 Millionen Arbeitsplätze stellen. Mit zunehmender Geschwindigkeit sind in den letzten 10 Jahren 1000 neue Genossenschaften deutschlandweit gegründet worden. Die jetzige Finanzkrise fördert einen Umdenkprozeß.

Insbesondere in den Bereichen Gesundheitswesen, Energiewirtschaft, Soziales Leben und Wohnen, Bildung und auch im öffentlich-kommunalen Umfeld entstanden neue und flexible Wirtschaftsunternehmen, die etwas anders ticken als andere Rechtsformate.

Unsere Gesellschaft braucht mehr Werteorientierung.

So steht neben der Selbstverwaltung, der Selbsthilfe und der Selbstverantwortung vor allem die Mitgliederförderung im Fokus der Genossenschaften. Und das gemeinsame (Er-)Wirtschaften hat seinen besonderen Charme.

In einer Zeit, wo die Politik Bürgerinnen und Bürger nicht bei der Zukunftsgestaltung Deutschlands mit ins Boot nehmen, ist die Selbsthilfe ein wichtiger Faktor für den Erhalt von Lebensqualität.

Mehrwert durch Netzwerke.

Durch die Zusammenarbeit von Bürgern, Kommunen und regionalen Unternehmen können neue Netzwerke und neue Genossenschaften entstehen. Sie nutzen auch den (bisherigen) Einzelkämpfern und von der Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen, die kaum ihren Lebensunterhalt verdienen.

Machen Sie mit – in einer bestehenden Genossenschaft oder gründen Sie eine neue! Wir unterstützen Sie dabei.

2012 : Das von der UN ausgerufene Jahr der Genossenschaften

Genossenschaften stellen weltweit über 100 Millionen Arbeitsplätze bereit

Genossenschaften stellen weltweit über 100 Millionen Arbeitsplätze bereit

Der weltweite Erfolg der Genossenschaften ist eindrucksvoll. Laut Aussage der UNO existieren in mehr als 100 Ländern viele Tausend Genossenschaften, in denen 800 Millionen Mitglieder beheimatet sind und die über 100 Millionen Arbeitsplätze stellen.

Nach Berechnungen der FAO ernähren landwirtschaftliche Genossenschaften über die Hälfte der Weltbevölkerung.

Unsere Gesellschaft braucht mehr Werteorientierung.

Blick in die neue Stadtverwaltung in Gießen (Foto: wjk)

Blick in die neue Stadtverwaltung in Gießen (Foto: wjk)

Welchen Zukunftsbeitrag können Genossenschaften leisten?

Die ökonomische Substanz der Exportwirtschaft auf der unser wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich beruht, droht durch die sich vollziehende Finanzkrise verloren zu gehen. Keiner hofft es und es gilt alles Machbare zu unternehmen um eine mögliche Talfahrt zu verhindern, zugleich wäre es naiv vor dieser Möglichkeit die Augen zu verschließen.

Gemeinsames Wirtschaften hat einen besonderen Charme.

Entgegen aller Unkenrufe setzt sich das genossenschaftliche Format wieder verstärkt durch. Warum Sie jetzt das Rechts- und Sozialformat der Genossenschaft im Auge haben sollten.

Mehrere hundert Energie-Genossenschaften — zumeist als Gesellschaften von ca. 50 Mitgliedern gegründet und regelmäßig in kurzer Zeit zu Organisationen mit (zum Teil weit) über 100 Mitgliedern ausgebaut — existieren zwischenzeitlich über die ganze Republik verteilt. Das Jahr 2011 wird unzweifelhaft einen vorläufigen Höhepunkt der Gründungszahlen bedeuten. Dabei muss ein Ende dieser Gründungswelle nicht absehbar und auch nicht notwendig sein.

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Roundtable in Laubach: Der Genossenschaftsgedanke bringt auch Kommunen, Bürger und Unternehmen einander näher (Foto: wjk)

Das anspruchsvolle Ziel von 2000 Energie-Genossenschaften in Deutschland erscheint durchaus nicht als Utopie. Die Erkenntnis, das viele Tausend dezentrale Produktionsprojekte im Rahmen der eingeleiteten Energiewende realisiert werden müssen, spricht Bände.Die genossenschaftliche Handlungswelt ist potentiell zu weiten Sprüngen in der Lage. Bereits vereinfachte Planrechnungen zeigen auf, dass allein mit den bestehenden Agrar-und Wohnungsbau-Genossenschaften, den Volks- und Raiffeisenbanken sowie den genossenschaftlichen Verbundunternehmen 30 Milliarden Euro Investitionen aufzubringen wären. Einlagen von Bürgerinnen und Bürgern erhöhen die Attraktivität der Genossenschaften vor Ort.

Die für eine neue Genossenschaft notwendigen Zutaten (z.B. Kapital, Fläche, Geschäftsmodelle) zum Betrieb des jungen Unternehmens steht in den Regionen regelmäßig zur Verfügung. Natürlich ist eine unterschiedliche Ausprägung beim Zubehör (z.B. Wissen, engagierte Bürger und Wirtschaftsunternehmen) feststellbar. So ist es tatsächlich die Region bzw. diejenigen, welche für die Regional-Wirtschaft und die regionale Lebensqualität verantwortlich sind, die als systematische Förderer und Mentor genossenschaftlicher Lösungen zu identifizieren wären. Erst langsam wird es klar, dass es sich bei den in Anlagen aufzubringende Gelder um Investitionen handelt, die unter anderen auch in der Hand von regionalen Investoren verbleiben sollen. Tatsächlich besteht die wohl einmalige Chance, weite Teile der Bevölkerung systematisch zum Anteilseigner gesellschaftlich relevanter Produktivgüter zu machen.

Die genossenschaftliche Welt ist aufgefordert, die bestehende Umbruchsituation für ihr kooperatives Handlungswissen — über das Energiethema hinaus — zu nutzen. Es gilt den gesellschaftlich Verantwortlichen und Bürgern ihre weltweit existierenden Modelle und Lösungen aufzuzeigen.

Wann gründen Sie eine Genossenschaft oder treten einer vorhandenen Genossenschaft als Mitglied bei?

Energiewende für alle

Ziel
Ziel der GEG ist es in Giessen — als kooperativ organisierte Unternehmung — Projekte der Energieproduktion (1), der innovativen Energieverwendung (2), der Energieeffizienz (3) und des Energie-Managements (4) zu betreiben.

Zentrale Akteure und Nutznießer der Arbeit der GEG sind die Bürger, kooperierende Unternehmen und der Lebensraum Gießen. Zentrales Erfolgskriterium ist die Erhöhung der Lebens- und Standortqualität.

Strategie, Struktur, Satzung
Um oben genannte Ziele zu erreichen sind die Hauptadressaten der GEG die Bürgerinnen/Bürger und deren Vertreter (öffentlichen Organen, Parteien, Vereinen und Verbänden). Es ist ausdrückliches Ziel, mit anderen kooperativen Unternehmen zusammenzuarbeiten.

Diese sollen mit zu den ökonomischen und sozialen Gewinnern der Energiewende gehören. Dies gelingt dadurch, dass sie Anteile an der Giessener Energie-Genossenschaft erwerben, ihre Stimme, Erfahrung und Engagement in diese einbringen.

Gleichzeitig bindet die GEG auch Vertreter regionalen Wirtschaft und Dienstleister ein. Die einzelnen Leistungen zur Entwicklung und dem Betrieb von Energie-Produktionsstätten sollen durch regionale Akteure (Lieferanten, Handwerker, Banken und Versicherer etc.) erbracht werden. Gleiches gilt für die anderen Geschäftsbereiche der GEG eG. Es wird eine regionale Wertschöpfungskette initiiert, indem der Nutzen möglichst weitreichend bei den regionalen Investoren bleibt. Auch um möglichst viele Bürger einzubinden, ist es möglich sich je nach finanzieller Möglichkeit und Interesse ab 200 € (1 Anteil) einzubringen.

Um diese Ziele und Strategie umzusetzen, wird die GEG so strukturiert, dass die inhaltlichen Schwerpunkte (mittelfristig) durch je einen (Bereichs-) Vorstand und eine von diesem geleitete Arbeitsgruppe abgebildet sind.

Bereits zur Gründung sollen 4- 5 Bereiche etabliert werden: 1. Produktion 2. Effizienz- und Energie-Management 3. Anwendung / Mobilität 4. Mitgliederbetreuung und Kommunikation 5. Finanzen und Controlling. Ferner wird auch der mögliche Aufsichtsrat vorbereitet in dem die einzelnen Interessenlagen – vor dem gemeinsamen oben genannten Ziel — abgebildet sind. Je nach angezielter Größe kann der Aufsichtsrat 6-8 Personen umfassen. Die Satzung der GEG eG wird diesen Vorgaben folgend gegenwärtig erstellt und bis zum 1.11. an dieser Stelle eingestellt.

Zeitplan

Die Gründung der Genossenschaft ist für den 24.11.2011 ab 17.30 Uhr in der Messe Gießen (An der Hessenhalle 11) nach dem Kongress Kommunale-Kooperation vorgesehen und wird gegenwärtig vorbereitet. Bis dahin wird auch der notwendige Geschäftsplan abschließend entwickelt. Die Anerkennung bei einem Prüfverband und die Eintragung in das Genossenschafts-Register lassen davon ausgehen, dass die Genossenschaft zu Beginn März 2012 eingetragen ist. Bis dahin liegen die ersten Projektplanungen auf Grundlage der Ausarbeitungen des Vorstandes, Aufsichtsrates und der Projektgruppen vor.

Machen Energie-Genossenschaften Sinn?
Dass es aus vielfachen Gründen lohnend ist Mitglied einer Energie-Genossenschaft zu werden, kann vorausgesetzt werden.

An dieser Stelle soll sich der Blick nicht nur auf die finanziellen Renditeerwartungen und die Teilhabe der Bürger am wirtschaftlichen Geschehen der Bürger richten. Auch die praktische Demokratisierung politischen Willens oder die Aussagen zahlreicher Mitglieder von Energie-Genossenschaften, dass diese das soziale Leben der Gemeinde positiv befruchteten, lässt sich hier anführen.

Der Verweis dass gegenwärtig in zahlreichen Städten und Regionen Energie-Genossenschaften gegründet werden, muss allein auch keine hinreichende Legitimierung sein.

Machen Sie mit!

Energiewende 2011 – und was nun?

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4. Fachtagung „Regionale Energieversorgung gestalten“ – Mittwoch, 26. Oktober 2011 am Firmensitz der juwi-Gruppe in Wörrstadt (Foto: Wilfried J. Klein)

Eine effiziente und nachhaltige Energieerzeugung, Energieversorgung und Energienutzung ist die zentrale Zukunftsaufgabe unserer Gesellschaft. Die Lösung dieser existenziellen Frage muss zugleich anderen grundlegenden gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen gerecht werden.

Im Ergebnis gehört die Zukunft der Energieherstellung und Energiesicherung in die Regionen. Nur so ist es möglich, das jeweils bestmögliche Energiemanagement zu definieren und die Wertschöpfung weitgehend wieder in die Regionen zurückzuführen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen Bürger, öffentlich-kommunale Vertreter und Wirtschaft abgestimmt zusammenarbeiten. Vielfältige Beispiele beweisen, dass dies im Wirtschaftsformat der Genossenschaft gelingen kann.

30 Mrd € Investition durch Energie-Genossenschaften möglich

Die neuen regenerativen Energien müssen finanziert werden. Dabei sind sich alle Experten einig, dass diese Investitionen zu Produktionsstätten in der Fläche — auf dem Lande — führen werden. Wer anderes als die dort lebenden Menschen sollten die Investoren sein?

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Wilfried J. Klein: Können Sie uns die notwendigen Investitionen ein wenig erläutern?

Wolfgang George: Bei den Anlagen handelt es sich um Produktivgüter, die auf diese Weise in die Hände von Vielen gelangen könnten. Wenn die regionalen Banken gemeinsam mit den Bürgern und der regionalen Wirtschaft handeln, können leicht bei nur 5.000 neuen Produktionsstätten 30 Milliarden € regionales Kapital aufgebracht werden. Dies ist kein unrealistisches Szenario.

Wilfried J. Klein: Wie wollen Sie das regional notwendige Kapital aufbringen und wie hoch ist die Investitionssumme für einen einzelnen Anleger?

Wolfgang George: Als Grundlage für die Rechnung kommt ein genossenschaftliches Kapitalisierungs-Modell in Frage, welches es leicht ermöglicht, diese Investitionssumme zu mobilisieren. Als Grundlage für die Planrechnung reicht eine Einlage von nur 1000 €.

Was gegenwärtig fehlt ist eine geeignete Kampagne etwa durch die Genossenschaften bzw. die regionalen Banken, Wirtschaftsverbände bzw. Parteien und Bürgervertreter vorgetragen.

Wilfried J. Klein: Vielen Dank für das Interview.

Gibt es noch Zweifel, welcher Weg eingeschlagen werden sollte?

Hessische Zukunft Windenergie

Hessische Zukunft Windenergie

Um die international formulierten Klimaziele und die des Ausbaus regenerativen Energien zu erreichen, ist auch im Mittelhessen der nächsten Jahre ein reges Handeln zu erwarten. Dabei zeigt unser neuer Regionalplan mit welchem Energiemix und bei Beachtung welcher Wegmarken dies gelingen kann. Es ist offensichtlich: Nie war der formulierte politische Wille – über alle Parteigrenzen hinweg — größer, die Rahmenbedingungen für die geforderte Energiewende besser als dies gegenwärtig der Fall ist.

Politik bezieht Bürger bei der Zukunftsgestaltung Deutschlands nicht mit ein.

„Wir sind über den bisherigen Verlauf der Gespräche von Politikern und Experten zur Gestaltung der angekündigten Energiewende unter dem Strich sehr enttäuscht“. So äußerte sich Wolfgang George, Sprecher der ARGE Energie-Genossenschaften, anlässlich eines Forums im Bioenergiedorf Oberrosphe.

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Einige Teilnehmer der 3. Konferenz der Energiegenossenschaften in Oberrosphe

In nahezu allen, bisher geführten Diskussionen, sind nach Aussage von George insbesondere zwei wesentlich Aspekte in ihrer wechselseitigen Verstärkung nicht klar herausgearbeitet.

Erstens, der mit dem Umbau auf eine dezentrale Energieversorgung entstehende regionale Wertschöpfungsprozess führt von Beginn an dazu, dass zeitnahe bis zu 80% des Ertrages in der Region verblieben.

Wenn die Politiker den Bürgern schon Angst machen will, dann eigentlich nur davor, dass die Land- und Forstwirte die Ölscheichs von Morgen werden könnten.

Zweitens, alle Experten und Politiker sind sich dahingehend einig, dass die Bürger einbezogen werden müssten. Sie allein identifizieren keinen stabilen Weg wie dies ohne den Bürger auch tatsächlich gelingen kann.

Dabei sei auch hier die Antwort denkbar einfach: Die Bürger müssen ebenfalls zu den ökonomischen Gewinnern der Energiewende gehören. Hier braucht man kein neues Rechts- und Sozialformat zu erfinden, denn Genossenschaften gibt es schon seit mehr als 150 Jahren. Regionale Genossenschaften sind verlässliche Konstrukte, in denen neben den Bürgern auch die Kommunen und die regionale Wirtschaft eingebunden werden können. Produzenten, Lieferanten und Verbraucher befinden sich in einem Boot.

„Gelingt hier eine vernünftige Balance der Interessen, werden auch nicht alle Menschen über Nacht zu Fans der regenerativen Energien. Wir möchten die Diskussionen ohnehin auf einem lösungsorientierten Niveau führen“, so die Aussage von Hans-Jochen Henkel, Vorstand des Bioenergiedorfes Oberrosphe.

„Die meisten Menschen haben inzwischen ein Bild davon, was ein Bioenergiedorf ist. Aber sie wissen nicht, dass die meisten Bioenergie-Dörfer in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft organisiert sind. So geht es auch den Politikern“.

Die Botschaft der Arbeitsgemeinschaft ist eindeutig und zugleich deren Leitvison: Überall womöglich, dezentral und zugleich miteinander verbunden Energie-Genossenschaften zu gründen und durch eigene Energieproduktion einen Beitrag zur Zukunftsgestaltung Deutschlands beizutragen. Genossenschaftlich organisierte Energieproduktion bedeutet dabei für die ARGE, dass die Bürger grundsätzlich mit einbezogen werden.

Fachwissen für erneuerbare Energien

hzw-team

HZW-Team in Gießen (Foto: wjk)

Zum „Zertifizierten Fachberater für Energie- entwicklungsprojekte“ qualifizieren sich an der Technischen Hochschule Mittelhessen Mitarbeiter von Volks- und Raiffeisenbanken weiter. Sie sind im Firmen- und Privatkundengeschäft für den Bereich Energie verant­wortlich. In drei Monaten werden sie den 140-stündigen Lehrgang des Hochschulzentrums für Weiterbildung (HZW) abgeschlossen haben. Kooperationspart­ner ist der Genossenschaftsverband e.V. Frankfurt/Hannover. Der Kurs vermittelt tech­nisches Wissen zu den Themen Windkraft und Photovoltaik, zu Biogasanlagen und Nahwärmenetzen. Projektentwicklung, Finanzierungsmöglichkeiten und Rechts- und Gesellschaftsformen sind weitere Lehrgangsinhalte.

„Erneuerbare Energien sind ein Betätigungsfeld mit ungeheuer großem Potenzial für uns“, begründet Uli Halmer, Leiter der Personalabteilung bei der Volksbank Dill, die Entsendung eines Mitarbeiters in den Kurs: „Wir wollen Kompetenz zeigen gegenüber unseren Firmenkunden.“Ein weiterer Kurs zum gleichen Thema beginnt im September. Er wendet sich an Inge­nieure und Techniker. Im Mittelpunkt dieses Lehrgangs steht die Vermittlung von Kenntnissen des Projekt- und Regionalmanagement, des Aufbaus von Gruppen, der Rechts- und Wirtschaftsformen sowie der Kommunikation und des Marketings. Koope­rationspartner ist die Akademie der Ingenieure in Stuttgart/Ostfildern.

An kommunale Beschäftigte und Politiker wendet sich ab Oktober der Kurs „Kommu­naler Energiemanager“ in Gießen. „Die aktuelle Diskussion um Fukushima, Ausstieg aus der Kernenergie und Klimaschutz erhöhen die Bereitschaft auf allen Seiten, tätig zu werden“, betont der für die Lehrgänge verantwortliche Prof. Dr. Wolfgang George. Bei diesem Kurs kooperiert das HZW mit dem Deutschen und Hessischen Gemeindetag.

Wer sich für die Angebote des HZW interessiert, kann telefonisch (0641-309-4011) oder per E-Mail (tina.weiss@hzw.fh-giessen.de) weitere Informationen erhalten.

Lehren aus Japan ziehen

Frühling bei erneuerbaren Energien (Foto: pixelio.de © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt)

Frühling bei erneuerbaren Energien (Foto: pixelio.de © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt)

Hessens Kommunen sind bereit und fähig ihren Anteil am Aufbau der erneuerbaren Energien zu leisten. Kooperative Ökonomie kann regionalen Interessen zugunsten einer aussichtreichen Goldgräberstimmung zusammenführen, auch wenn sich das Lebensumfeld ändert.

Die Katastrophe in Japan brachte die wichtige Diskussion um risikoärmere Technologien erneut in Gang. Aber auch die Ergebnisse der vergangenen Landtags- und Kommunalwahlen unterstützen die frischen Debatten um die Energieproduktion der Zukunft.

Alte Trampelpfade verlassen.

Breitband-Kommunikation in Mittelhessen muss den Markt auf breiter Basis abbilden und zügig vorangetrieben werden – Finanzierung des flächendeckenden Ausbaus sollte „auf mehr Schultern“ gelegt werden

Als typische Infrastrukturmaßnahme lässt sich die Breitband-Kommunikation zu den öffentlichen Aufgaben zugehörig charakterisieren. Das Land Hessen allein kann nicht die hierzu notwendigen Investitionen tragen, kann nur begrenzte Fördermittel bereitstellen. Den Stand des Ausbaus der Breitband-Kommunikation in Hessen kann man unter www.hesbis.de ermitteln.

So sind auch Kommunen und Landkreise zusammen mit privaten Investoren gefordert, in den Markt einzutreten. Der Landkreis Gießen hat in einer Verlautbarung vom 15. November 2010 die Gründung einer „Breitband Mittelhessen GmbH“ in Aussicht gestellt. Angesichts der knappen öffentlichen Haushalte ist das Risiko von Finanzierungslücken bei einer GmbH mit nur wenigen Gesellschaftern als hoch einzuschätzen.Der zügige Ausbau der Breitband-Kommunikation ist auch deshalb von Nöten, weil nur noch wenige IP-Adressen im IPv4-Adressraum vorhanden sind, die die Adressierung und das Routing von Datenpaketen regeln und die Umstellung auf das IPv6-Verfahren noch Zeit beansprucht. Man rechnet damit, das die IP-Adressen nur noch bis zum März 2011 reichen.

Eine Alternative zur GmbH böte die Gründung einer Genossenschaft, in der auch die Bürgerschaft (Unternehmen und Privathaushalte) eingebunden werden könnten, wie dies bei PPP-Projekten (Public Private Partnership) nicht ungewöhnlich ist. Neben dem Charme des Genossenschaftsmodells, Kunden der Breitband-Kommunikation mit einzubinden, steht auch Pate für eine Vitalisierung gemeinsamen, demokratischen Handelns unter klar definierten ökonomischen Zielen.

Dies wäre ein gutes Signal von Politikern für mehr Bürgerbeteiligung. Für mehr „Kommunale Kooperation“ wirbt auch der erste internationale Fachkongress mit gleichem Namen, der am 25. November 2010 in Gießen stattfindet.

Neue Bündnisse für die Sicherung der Lebensqualität

Das Cover des neuen Buches

Das Cover des neuen Buches

Wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Bürgern – Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums über Wiedererstarkung genossenschaftlichen Wirtschaftens ermöglichen

Demographischer Wandel, vielerorts bestehende Landflucht junger und gebildeter Menschen hin in die urbanen Metropol- Regionen, Globalisierungsdruck auf die Wirtschaft allesamt Durchlauferhitzer der gegenwärtigen Situation Deutschlands. Anstelle des passiven Erlebens der bereits vielerorts spürbaren Auswirkungen gilt es durch aktives und zielgenaues Handeln zu verhindern, dass  zusehend die Lebensqualität der Menschen durch Rücknahme wichtiger Leistungsangebote sinkt.

Welche Bedeutung hat die kooperative Ökonomie?

kooperative Ökonomie

Welche Bedeutung hat die kooperative Ökonomie? – Dr. Jürgen Dieter, geschäftführender Direktor Hessischer Städtetag

Auch auf den großen hessischen Städten lastet ein erheblicher Kostendruck. Eine Antwort der Länder lautet Gemeinde- und Gebietsreform. Wie schätzen Sie die Situation in Hessen ein. Stehen wir vor einer neuen Gebietsreform die auch das Verhältnis der Städte zu ihrem Umland betrifft?

In Einzelfällen erscheint es sinnvoll, zwei Städte zu fusionieren. Angesichts einer Zahl von 60 Mitgliedern des Hessischen Städtetages mit einer Zahl von unter 50.000 Einwohnern sind solche Lösungen auch innerhalb unseres Verbandes denkbar.

Der „große Wurf“ einer Gebietsreform könnte aber nur erfolgen, indem man stärker regionalisiert. So könnte eine große Gebietsreform im Rhein-Main-Gebiet durch eine völlig neue Organisationsstruktur mit starken Städten als Regionalverband ohne Landkreise entstehen. Für ein solches Ziel sehe ich aber auf absehbare Zeit keinen hierfür notwendigen breiten politischen Konsens.

In welchen Bereichen der Aufgabenteilung zwischen Land, Kreis und Gemeinden sehen Sie die größten zu bergenden Ressourcen?

Grundsätzlich gibt es keine Aufgabe, die nicht in den Kommunen bürgernäher, effektiver und kostengünstiger zu erbringen wäre. Die „große Politik“ weiß dies auch, sonst würde sie uns nicht bei Bildung und Erziehung, bei Pflege, bei Grundsicherung für Arbeitssuchende, Sozialhilfe, Infrastruktur und Energiepolitik immer mehr Aufgaben überantworten. Unser Problem: Auch wenn die Kommunen kostengünstig arbeiten: In der Regel überlässt man uns viel zu wenige Finanzmittel, um die Aufwendungen für neue oder veränderte Aufgabe zu finanzieren.

Für einzelnen Städte wird es trotz bester Bemühungen der Konsolidierung eng werden. Was wurde in diesen Städten versäumt?

Ihre Ausgangsthese ist zutreffend. Daraus lassen sich aber nicht zwingend Versäumnisse ableiten. Die „von oben“, also von Bund und Land vorgegebenen Aufgaben sind mittlerweile in einer Weise gewachsen, dass man in vielen Städten „von einem nicht kommunal verursachten strukturellen Defizit“ sprechen muss. Was nicht hausgemacht ist, ist regelmäßig kein Versäumnis.

Nicht auszuschließen sind Versäumnisse im Einzelfall, also finanzielle Engpässe, welche eine Gemeinde hätte vermeiden können. Diese Ursachen müssen individuell ermittelt und geklärt werden. Wir haben nicht den Eindruck, dass solche individuellen Fehlsteuerungen in unseren Städten signifikant und häufig vorkommen.

Was können die Städte unternehmen um zukunftsfähige Abstimmungen zu den Umlandgemeinden aufzubauen? An welche Projekte denken Sie?

Multilaterale Beziehungen zwischen zentralen Orten und ihren Umlandkommunen lassen sich am besten mit eindeutigen Zielvereinbarungen für eine arbeitsteilige Organisation darstellen. Idealer Weise münden sie in eine auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Region zugeschnittene Verbandstruktur, die gleichzeitig Doppelstrukturen meidet. Es ist prinzipiell schädlich, neue politische Ebenen zu schaffen, ohne mindestens dieselbe Zahl an bestehenden Ebenen abzuschaffen.

Bisher gibt es dafür noch keine ganz ausgereiften Beispiele. Man sehe nur auf die mühsame und durchaus nicht ohne Erfolg geleistete Arbeit für einen Regionalverband in Kassel.

Betrachtet man Hessens größte und am meisten verdichtete Region Rhein-Main, so sind dort besondere Beziehungen zu beachten. Trotz der an die 700.000 wachsenden Zahl ihrer Einwohner liegt Frankfurt als Mainmetropole in einer polyzentrischen Region, in der sie eine Vielzahl von „Umlandgemeinden“ mit eigener oberzentraler Funktion um sich weiß. Hierfür hilft nur ein spezielles Konzept, dass die Region nach vorne bringt und gleichzeitig die unterschiedlichen Interessen der vielen starken Städte in der Region auf möglichst gleicher Augenhöhe ausgleicht.

Worin unterscheiden sich die zukunftsfähigen von zu problematisierenden Städten?

Keine Stadt ist ohne Zukunft und keine Stadt ist ohne Probleme. Besonders zu achten hat die Politik auf die Städte, deren Bewohner im Mittel stärker auf die Unterstützung der Gemeinschaft angewiesen sind als in anderen Kommunen. Sie erbringen einen Beitrag auch für andere Städte, denn eine Stadt, die viele Menschen in sozial schwierigen Verhältnissen beherbergt, nimmt anderen Kommunen diese Aufgabe ja zu großen Teilen ab. Für diese Leistung verdient die betreffende Stadt einen angmessenen Ausgleich.

Nicht allen Kommunen, die von massivem Bevölkerungsverlust durch Abwanderung und/oder demografischen Wandel betroffen sind, wird die Gemeinschaft zu alter Stärke zurück verhelfen können. In solchen Regionen gilt es gerade die zentralen Orte zu stärken. Dort kann man mit schwindenden finanziellen Ressourcen noch Lebensumstände (öffentliche Infrastruktur / private Einrichtungen von ärztlicher Versorgung bis zum täglichen Einkauf) organisieren, welche die Region dann immer noch für eine größere Zahl von Menschen attraktiv belassen.

Die Rolle des Bürgers und bürgerschaftlichen Engagements soll zukünftig bis hin zur Ermöglichung der Daseinsvorsorge eine größere Rolle einnehmen. Wie schätzen Sie diese ein?

Bürgerschaftliches Engagement ist eine wichtige Basis, um das nähere Lebensumfeld mit Leben zu erfüllen, insbesondere andere Menschen und Einrichtungen solidarisch zu unterstützen und Erfolge auch ohne großen staatlichen Mitteleinsatz vor allem in sozialen, kulturellen, sportlichen und ökologischen Feldern zu erzielen.

Man muss aber die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements nicht überschätzen. Die Herausforderung an die bundesdeutsche Gesellschaft, mit immer geringeren Alterskohorten in den heranwachsenden Jahrgängen im weltweiten Wettbewerb zu bestehen, die Erwartung gerade an die jüngere und mittlere Generation, Beruf, Kindererziehung und häufig auch Pflege der vorgängigen Generation zu leisten und zu organisieren, setzt Grenzen.Die Gesellschaft darf mit Engagement rechnen, sich darauf aber nicht abstützen. Als Beispiel diene die häusliche Pflege, ohne die wir in Deutschland längst ein Chaos im Pflegebereich hätten, die aber auf Grund der vorbeschriebenen Rahmenbedingungen nicht mehr alleine die Aufgaben der kommenden Jahrzehnte wird lösen können.

Natürlich wissen Sie, dass dieses Interview mit einem Journal des Genossenschaftswesens geführt wird. Es interessiert uns einen erfahrenen Kommunalgestalter wie Sie nach seinen Erfahrungen mit Genossenschaften zu fragen?

Die Bezeichnung „Kommunalgestalter“ ehrt. Dennoch sind meine persönlichen Erfahrungen mit Genossenschaften nicht sehr zahlreich. Ich habe erfahren, dass Genossenschaften gerade im Wohnungsbau mittlerer Städte und in der Seniorenbetreuung beträchtliche Erfolge verzeichnen dürfen.

Glauben Sie – wie wir es natürlich tun – dass der kooperativen Ökonomie wieder eine stärker Bedeutung zukommen wird und wenn ja, in welchen Bereichen der Städte sehen Sie dies?

Angesichts der drängenden Probleme unserer Zeit ist es klug, die Erfolgsmöglichkeiten des auf Gegenseitigkeit beruhenden Miteinanders auch auf seinen ökonomischen Erfolg hin einzusetzen. Das spricht für die von Ihnen so bezeichnete „Kooperative Ökonomie“. Je mehr Beispiele praktischer Wirkung und nachgiewesenen Erfolges Genossenschaften aufweisen können, desto mehr werden sie ihren Platz als Problemlöser finden. Ihren Schwerpunkt sehe ich auf den „klassischen Feldern“ von Wohnungsbau, sozialen Einrichtungen, vielleicht auch auf dem Gebiet von Sport und Kultur.

Ob sie darüber hinaus geeignet sind, kommunale Aufgaben zu übernehmen, zum Beispiel interkommunale Zusammenarbeit, muss der Praxistest zeigen.

Das nächste Jahr 2012 ist das Jahr der Genossenschaften. Was würden Sie uns für dieses Jahr wünschen?

Werben Sie weiter für Ihre Idee. Sie hatten ja keinen schlechten Start.

Vita Dr. Jürgen Dieter

Dr. Jürgen Dieter ist seit dem 1. September 1997 Direktor des Hessischen Städtetages, seit 1.12008 Geschäftsführender Direktor.

Jürgen Dieter ist am 8. März 1955 in Hessens südwestlichster Stadt Lampertheim geboren. Er ist Vater zweier erwachsener Kinder. Der promovierte Jurist war seit 1981 fünf Jahre Richter, acht Jahre Abgeordneter des Hessischen Landtags und für gut drei Jahre Bürgermeister seiner Heimatstadt. Rund 25 Jahre war er auf unterschiedlichen Ebenen ehrenamtlicher Kommunalpolitiker.

Kooperation intensivieren

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FH-Präsident Prof. Günther Grabatin im Gespräch mit dem Leiter der Gießener Arbeitsagentur Eckart Schäfer, Gunter Ratz vom Hochschulteam der Arbeitsagentur und den FH-Vizepräsidenten Prof. Axel Schumann und Prof. Harald Danne (von rechts).

Gießen, 19. Oktober 2010 – Die Gießener Arbeitsagentur will ihre Beratungstätigkeit für Akademiker und junge Leute, die ein Studium beginnen möchten, ausbauen. Sie will dabei enger mit den Hochschulen der Region zusammenarbeiten. Das ist eines der Hauptergebnisse eines Gesprächs zwischen Prof. Günther Grabatin, Präsident der FH Gießen Friedberg, den Vizepräsidenten Prof. Harald Danne und Prof. Axel Schumann und dem Leiter der Arbeitsagentur Eckart Schäfer.„Wir wollen nicht nebeneinander arbeiten, sondern gemeinsam etwas für die Region tun“, so Danne, der die bisherige Zusammenarbeit der Zentralen Studienberatung der FH und des Hochschulteams der Arbeitsagentur lobte. Besser koordinieren wolle man aber noch die Betreuung der Gymnasien und Fachoberschulen in Mittelhessen.

Ein Kooperationsfeld sehen die beiden Einrichtungen auch in der Weiterbildung. FH und Arbeitsagentur haben bereits gute Erfahrungen mit dem Fortbildungsprogramm „QualifizierungPlus“ gesammelt, in dem arbeitslose Ingenieure über 40 individuell auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet wurden. Ein ähnliches Projekt halten Grabatin und Schäfer auch für Berufstätige, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, für sinnvoll. „Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, dem zunehmenden Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften Rechnung zu tragen“,  so Schäfer.

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FH-Präsident Prof. Günther Grabatin im Gespräch mit dem Leiter der Gießener Arbeitsagentur Eckart Schäfer, Gunter Ratz vom Hochschulteam der Arbeitsagentur und den FH-Vizepräsidenten Prof. Axel Schumann und Prof. Harald Danne (von rechts).

Sind Genossenschaften im Aufwind?

brainstorming300Es gibt sie tatsächlich die Renaissance der Genossenschaften: mit zunehmender Geschwindigkeit sind in den letzten 10 Jahren 1000 neue Genossenschaften deutschlandweit, insbesondere in den Branchen Gesundheitswesen, Energiewirtschaft, Soziales Leben und Wohnen, Bildung und auch im öffentlich-kommunalen Umfeld gegründet worden. Trotzdem ist man im Genossenschaftswesen mit dem bisher Erreichten nicht dauerhaft zufrieden.

„Das Potential genossenschaftlicher Gründungen ist nach unseren Markt- und Wettbewerberanalysen mindestens 10-mal so groß“, so Prof. Dr. Wolfgang George von der Fachhochschule Gießen Friedberg. „Das Wiederkennen der Bedeutung der Regionalökonomie und die schwierige Lage der kommunalen Haushalte lassen vermuten, dass wir allein in diesem Handlungsfeld erst am Anfang einer bedeutsamen Entwicklung stehen“, schätzt George die Lage ein und „… auf diese Weise könnte es gelingen, die von allen Seiten geforderte Bürgergesellschaft — nun auch wirtschaftlich begründet – in einem 3. Sektor tatsächlich auf den Weg bringen. Das geht nicht allein öffentlich und auch nicht privat bzw. ehrenamtlich“.

Die Geschäftsmodelle zahlreicher Genossenschaftsgründungen würden Ähnlichkeiten zu denen von Teamgründungen besitzen. Obwohl von allen Experten gefordert, weil vernünftig und von den Leistungs- und Marktanforderungen berechtigt, blieben auch diese bis heute hinter ihren prognostizierten Möglichkeiten zurück. Laut George „… ist wichtig, dass die in den Regionen verantwortlichen Gestalter aus Wirtschaft, Politik und Bildung in einem ersten Schritt den für die Region bestehenden Existenzgründungsbedarf identifizieren, dann wird nicht nur klar wo Bedarf existiert sondern auch auf welchen Baustellen Teamgründungen und die Regeln der kooperativen Ökonomie notwendig sind.“ Dieses aktive Vorgehen ergänze das bisherige System in welchem die Initiative maßgeblich vom Gründer ausgeht.

Wir brauchen in Deutschland mehr Teamgründungen

wolfgang-george-im-gesprachImmer wieder ist es von Unternehmens- und Wirtschaftsverbänden aber auch von Wissenschaftlern zu vernehmen, dass zu wenige Unternehmensgründungen durch größere Gruppen bzw. einem Gründungsteam vorgetragen würden. Es bleibt bei Absichtserklärungen und der Erkenntnis, dass dies eine wünschenswerte Alternative zu den üblichen Existenzgründungen von einer bzw. 2-3 Unternehmensgründer ist, allein einen wirklichen Anteil des Gründungsgeschehens machen sie bis heute nicht aus.

Regionalwirtschaftliche Perspektiven für das Gesundheitswesen in Ländlichen Regionen

Prof. Albrecht Goeschel

Prof. Albrecht Goeschel

Vortrag von Professor (Gast) Albrecht Goeschel, Staatliche Universität Rostov zur Arbeitstagung Gesundheitliche Versorgung in Ländlichen Regionen Diakonisches Werk der EKD e.V. Berlin, 11.05.2010

1.   Ländliche Räume, Gesundheitswesen und das Geschäftsmodell Deutschland

Regionalwirtschafliche Perspektiven für das Gesundheitswesen in Ländlichen Räumen können zutreffend nur dann benannt werden, wenn einerseits die Rolle der Ländlichen Räume im Rahmen der

Wir können doch nicht immer nur nach dem Staat rufen.

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Das Auditorium in Heuchelheim (Foto: Wilfried J. Klein)

Arbeitsplätze schaffen – eine gemeinsame Aufgabe von Kommune und Bürgern

Das Thema „Neue Arbeitswelten in Heuchelheim“ führte in der dortigen Turnhalle einen kleinen Kreis interessierter Bürger und Kommunal- verantwortlicher zusammen. Bürgermeister Steinz hatte zu diesem, nicht nur für die Gemeinde Heuchelheim wichtigen Thema eingeladen. Auf dem Podium hatten sich neben dem Bürgermeister, Geschäftsführer Peter Momper von der Klima- und Energieagentur Mittelhessens, Heiko Schuster als ortsansässiger Handwerker, Marco Sankewitz, Teamleiter der Bundesagentur für Arbeit (BA), der Zukunftsforscher Karl-Heinz Thiess (Network-Consulting) und Dr. Heinz-Otto Weber, Geschäftsführer des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Marburg (ifG Marburg) unter der Moderation von Prof. Dr. Wolfgang George (Kooperatives-Mittelhessen) zusammengefunden.

Die Experten waren sich rasch dahingehend einig, dass die absehbaren bzw. bereits eingetretenen Veränderungen der Arbeitswelt auch in Heuchelheim ihren Ausdruck fänden. Lückenlose Erwerbsbiographien würden zukünftig nur noch wenige für sich beanspruchen können, zu groß seien Anpassungsdruck auf Branchen und Anforderungen der (globalisierten) Märkte. Von einer durchaus soliden Ausgangsposition in Heuchelheim ausgehend, dass einen bis heute industriell geprägten Arbeitsmarkt aufweise, müsse man sich auch hier auf die Veränderungen einstellen, betonte Bürgermeister Steinz. Jenseits der großen Betriebe müssten vermehrt kleine und mittelständige Gründungen und Ansiedlungen gelingen.

In der Expertenrunde war man sich rasch dahingehend einig, dass das Thema Energie und hier insbesondere die regional organisierte Energieerstellung und Versorgung eine der großen Chancen für eine nachhaltige Konsolidierung der Arbeitswelt bieten könnte. Erhebliche Investitionen stünden bevor, insbesondere in die bislang noch viel zu kurz gekommene Energieeffizienzerhöhung der Häuser, so Peter Momper. Dieser führte eine Beispielrechnung aus, in welcher allein im Landkreis Gießen eine Investitionssumme von 2 Mrd. € anstünde, wenn alle Häuser entlang der formulierten und verabschiedeten Klimaschutzziele saniert würden.

Solch eine volkswirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Leistung ist nach Ansicht von Heinz-Otto Weber umfassend nur in einem kooperativ-ökonomischen Geschäftsmodell nachhaltig leistbar. Einem mitgliedernutzenbasierten Gemeinschaftsmodell, in dem neben Eigenleistung und nachbarschaftlich-unterstützendem Bürgerengagement auch das Engagement und vielfältige Leistungsangebot der ortsansässigen Handwerker, Dienstleister und anderen mittelständigen Arbeitgebern zum Nutzen aller Beteiligten miteinander verbunden werden müsste. Die gemeinsame Ziel- und Motivationslage führe zu einer förderwirtschaftlichen Zweckgemeinschaft aller Nutzer, für die und ihre Vernetzung mit anderen Projekten die Genossenschaft (eG) die passendste Vereinigungsform sei.

Neben dem Energiethema, sei die Gesundheitswirtschaft und hier insbesondere der Umgang mit den Anforderungen, die sich aus der demographischen Entwicklung, einem weiteren Megatrend mit erheblichen Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitswelt, zu nennen.. Man müsse sich wohl von der bisher als stabil angesehenen Trennung von Lebens- und Arbeitswelt verabschieden. Viele Tätigkeiten – gerade im Dienstleistungsbereich – könnten zunehmend auch aus einem Home-Office betrieben werden. Lange Anfahrten zur Arbeitsstelle entfallen und geringer werdende Löhne bei zugleich steigender Lebensqualität eröffneten neue Alternativen, so der angereiste Zukunftsforscher Karl-Heinz Thiess.

Marco Sankewitz betonte in seinen Ausführungen die Bedeutung der Rückbindung der Arbeit in den regionalen Handlungsraum der Unternehmen und zugleich den Lebensraum der Arbeitssuchenden. Die Optimierung der Zusammenführung der sich hieraus ergebenden Arbeitsmöglichkeiten sei eine wichtige Zielgröße der BA. Genaue Kenntniss der jeweiligen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Arbeitgebern und Arbeitslosen seien hierfür Voraussetzung sowie für gelungene Projekte, die auf allen Seiten Gewinner zurückließen. Das Arbeitsfeld Energiewirtschaft sei exemplarisch gut geeignet die Akteure zusammenzuführen. Das unterstützende Engagement der BA in solchen Projekten sei für ihn selbstverständlich.

Nach der gemeinsam – und unter Einbindung der anwesenden Gäste –vorgenommenen Ausgangsbestimmung galt die zweite Gesprächsrunde den konkreten Möglichkeiten des praktischen Vorgehens in Heuchelheim. Wo und mit wem könne man als erstes anpacken, und wie dabei zugleich bürgerschaftliches Engagement entfachen?
Zwei schon greifbarere Ideen entwickelten sich im Verlauf der nun anschließenden Aussprache zwischen Podiumsgästen und anwesenden Besuchern. Bürgermeister Steinz formulierte hierbei die Überlegung, ob es nicht möglich sei, ein Pilot- oder Modellprojekt rund um das ja bereits existierende „Heuchelheimer Haus“ zu initiieren. Es müsse doch möglich sein, hier unter breiter Einbindung aller potentiell Interessierter aus Bürger- und Handwerkerschaft ein handlungsfähiges Bündnis zusammenzuführen.

Genauso aufgeschlossen zeigten sich alle Anwesenden der Überlegung einen Plan zur bürgernahen, energetischen Sanierung der Häuser und Immobilien Heuchelheims auf den Weg zu bringen. Gerade hier könnten Nachbarschaftshilfe, zu allererst natürlich die betroffenen Immobilienbesitzer selber, Handwerker und eben alle benötigten Gewerke zu einer Interessengemeinschaft und einem gemeinsamen Antritt zusammengeführt werden. Erinnert wurde an den bedeutsamen Sektor der deutschen Wohnbaugenossenschaften, die es bekanntlich in viel schwieriger und sehr kurzer  Zeit nach dem 2. Weltkrieg geschafft hätten, Wohnraum für Millionen Menschen zu erstellen.

Das nächste Treffen wird im September 2010 stattfinden. Der Bürgermeister wird erneut zum Gespräch einladen, die Expertenrunde eine erste Projektskizze als Grundlage zur weiteren Diskussion und dem möglichen Vorgehen vorstellen. Das Wichtigste ist aber, die interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger Heuchelheims zu gewinnen!

Regionale Gesundheitsversorgung gestalten

regionales-zukunftsmanagementGründungsberatung für Genossenschaften in der Pflege

Erste Versuche Genossenschaften in der Pflege zu organisieren sind bereits vorgetragen. Vorläufig muss bilanziert werden, dass der gemeinschaftlichen Zusammenschlusses von Pflegenden bzw. Pflegeorganisationen in Form einer Genossenschaft bisher auf kein besonders großes Interesse gestoßen zu sein scheint. Dabei bietet diese Form der gemeinschaftlichen Organisation, die ihren Mitgliedern Eigenständigkeit gewährt, zahlreiche, eigentlich überzeugende Vorteile.

Wo liegen die Begründungen für eine regional organisierte Medizin?

Essen Sie mal wieder Obst! (Foto: Wilfried J. Klein)Besitzen gesundheitliche Risikofaktoren eine räumliche Struktur?

Es sind epidemiologische Ergebnisse und die mit ihnen verbundenen Erfahrungen, die deutliche Hinweise auf eine regional moderierte Beeinflussung von Krankheiten — von deren Entstehung bis hin zur Versorgungsstrategie — nahelegen.

So beschreiben bereits Becker und Wahrendorf in ihrem Krebsatlas 1981-1990 die regionalen Unterschiede in der Mortalität und Inzidenz verschiedener Krebsformen und begründen damit regional unterschiedliche Präventions-, Behandlungs- und Rehabilitationsstrategien.

Regionalentwicklung entlang der Bedürfnisse und Lebensqualität der Menschen

Mensch im Mittelpunkt (Foto: Wilfried J. Klein)Der Mensch im Mittelpunkt regionaler Gesundheits- versorgung

Die Zufriedenheit des Einzelnen hängt weniger von einer abstrakt- festgelegten Qualitätsnorm ab als vielmehr davon wie umfassend ein Produkt oder Dienstleistung die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse befriedigen und damit einen Anteil zur individuellen Lebensqualität des Menschen beiträgt. Diese schlichte Tatsache ist längst zur Grundlage des Marketings moderner Konsumgüterindustrie und Dienstleistungskultur geworden. So ist es nicht das uniforme Massenprodukt, sondern das „Bestanpassbare“, das im Mittelpunkt des Interesses steht.

Veränderte Zeiten erfordern veränderte Formate

Die Römer hätten das Internet bestimmt genutzt (Foto: wjk)Seine eigenen fachlichen Argumente, Überlegungen und Empfehlungen — neben den bisher geübten Formen wie Ver- öffentlichungen, Vorträgen und der Lehre – Interessierten zur Verfügung zu stellen, war nie einfacher als in Zeiten von Wissenschaft 2.0, wikipedia, twitter oder google.

Mein Entschluss diese Möglichkeiten noch stärker als bisher einzusetzen um so auf die Bedürfnisse derer die als regelmäßige Netzbesucher zu bezeichnen sind abzustellen ergibt sich primär aufgrund der Themen mit denen ich mich beruflich befasse.

Themen — und mit diesen verbundene Anliegen und praktische Projekte — die es geradezu zwingend voraussetzen das sie mit interessierten und engagierten Bürger aber auch anderen Experten diskutiert werden.

Welche Themen sind dies?

1. Regionale Lebensqualitätsentwicklung und die Bedeutung von Gesundheit, Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung
2. Regionale Gesundheits- und Krankenversorgung. Und hierbei insbesondere die Rolle von Patient und Angehöriger
3. Kooperative Ökonomie, als regional ökonomische Paradigmenwende.