Allgemein

Warum ein Gründerzentrum Genossenschaften?

Gemeinsames (Er-)Wirtschaften hat seinen besonderen Charme.

Genossenschaften galten lange Zeit als angestaubt und uncool. Sie sind historisch gewachsen, von den Gilden und Kooperationen des Mittelalters, über den Weyerbuscher Brodverein hin zu den modernen Genossenschaften der Jetzt-Zeit.

Raiffeisen-Denkmal in Neuwied (Foto: F. Lang, Quelle:wikipedia)

Raiffeisen-Denkmal in Neuwied (Foto: F. Lang, Quelle:wikipedia)

Eng verknüpft mit den Lebenswerken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch erlebt das Rechts- und Sozialformat der Genossenschaft heute tatsächlich eine Renaissance.

Mehr Chancen durch die kooperative Ökonomie.

Der weltweite Erfolg der Genossenschaften ist eindrucksvoll. Laut Aussage der UNO existieren in mehr als 100 Ländern viele Tausend Genossenschaften, in denen 800 Millionen Mitglieder beheimatet sind und die über 100 Millionen Arbeitsplätze stellen. Mit zunehmender Geschwindigkeit sind in den letzten 10 Jahren 1000 neue Genossenschaften deutschlandweit gegründet worden. Die jetzige Finanzkrise fördert einen Umdenkprozeß.

Insbesondere in den Bereichen Gesundheitswesen, Energiewirtschaft, Soziales Leben und Wohnen, Bildung und auch im öffentlich-kommunalen Umfeld entstanden neue und flexible Wirtschaftsunternehmen, die etwas anders ticken als andere Rechtsformate.

Unsere Gesellschaft braucht mehr Werteorientierung.

So steht neben der Selbstverwaltung, der Selbsthilfe und der Selbstverantwortung vor allem die Mitgliederförderung im Fokus der Genossenschaften. Und das gemeinsame (Er-)Wirtschaften hat seinen besonderen Charme.

In einer Zeit, wo die Politik Bürgerinnen und Bürger nicht bei der Zukunftsgestaltung Deutschlands mit ins Boot nehmen, ist die Selbsthilfe ein wichtiger Faktor für den Erhalt von Lebensqualität.

Mehrwert durch Netzwerke.

Durch die Zusammenarbeit von Bürgern, Kommunen und regionalen Unternehmen können neue Netzwerke und neue Genossenschaften entstehen. Sie nutzen auch den (bisherigen) Einzelkämpfern und von der Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen, die kaum ihren Lebensunterhalt verdienen.

Machen Sie mit – in einer bestehenden Genossenschaft oder gründen Sie eine neue! Wir unterstützen Sie dabei.

Unsere Gesellschaft braucht mehr Werteorientierung.

Blick in die neue Stadtverwaltung in Gießen (Foto: wjk)

Blick in die neue Stadtverwaltung in Gießen (Foto: wjk)

Welchen Zukunftsbeitrag können Genossenschaften leisten?

Die ökonomische Substanz der Exportwirtschaft auf der unser wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich beruht, droht durch die sich vollziehende Finanzkrise verloren zu gehen. Keiner hofft es und es gilt alles Machbare zu unternehmen um eine mögliche Talfahrt zu verhindern, zugleich wäre es naiv vor dieser Möglichkeit die Augen zu verschließen.

GenoFutura-AWARD: Call for Papers

Prof. Dr. Wolfgang George

Prof. Dr. Wolfgang George

Ausgangssituation

Neue Lösungen der Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand, der regionalen Wirtschaft und den Menschen vor Ort sind gefragter denn je.

Grund hierfür sind sich verändernde äußere Rahmenbedingungen, aber auch neue Werte und Orientierungen der Menschen.

Die in einer Stadt oder ganzen Region erreichte Zukunfts- fähigkeit hängt dabei von zahlreichen Kriterien ab:

  • Güte und Vielfalt der vorschulischen und schulischen Angebote
  • Qualität der Gesundheits- und Pflegeversorgung
  • Möglichkeiten zum Einkauf
  • Bezahlbarkeit des Wohnens
  • Möglichkeiten der Freizeitgestaltung

Klar ist auch hier: die Region in welchen die Beteiligten gut miteinander kooperieren die besseren Angebote vorhalten kann.

Im Rahmen des 2. Kongresses: „Kommunale Kooperation: Regionales Zukunftsmanagement“ am 24. November in Gießen, verleihen wir den GenoFutura AWARD 2011 für bereits umgesetzte Projekte der kommunalen Zusammenarbeit.

Gestaltung des Exposes

Das Expose sollte wie folgt aufgebaut sein:

1. Beschreibung der Ausgangslage
2. Benennung der Zielsetzung
3. Art des Vorgehens / Programm und Inhalte
4. Ergebnisse des Projektes
5. Wie soll das Projekt / Thema weiterentwickelt werden
6. Kurzzusammenfassung
7. Beteiligte Partner

Art der Übermittlung

Das Expose für den GenoFutura-AWARD 2011 ist postalisch, bitte in 2 facher Ausfertigung, an folgende Adresse zu senden:

Andramedos eG
Geno-Futura AWARD 2011
Jahnstraße 14
35394 Gießen

Annahmeschluss: 20.10.2011

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Breitband-Kommunikation in Mittelhessen muss den Markt auf breiter Basis abbilden und zügig vorangetrieben werden – Finanzierung des flächendeckenden Ausbaus sollte „auf mehr Schultern“ gelegt werden

Als typische Infrastrukturmaßnahme lässt sich die Breitband-Kommunikation zu den öffentlichen Aufgaben zugehörig charakterisieren. Das Land Hessen allein kann nicht die hierzu notwendigen Investitionen tragen, kann nur begrenzte Fördermittel bereitstellen. Den Stand des Ausbaus der Breitband-Kommunikation in Hessen kann man unter www.hesbis.de ermitteln.

So sind auch Kommunen und Landkreise zusammen mit privaten Investoren gefordert, in den Markt einzutreten. Der Landkreis Gießen hat in einer Verlautbarung vom 15. November 2010 die Gründung einer „Breitband Mittelhessen GmbH“ in Aussicht gestellt. Angesichts der knappen öffentlichen Haushalte ist das Risiko von Finanzierungslücken bei einer GmbH mit nur wenigen Gesellschaftern als hoch einzuschätzen.Der zügige Ausbau der Breitband-Kommunikation ist auch deshalb von Nöten, weil nur noch wenige IP-Adressen im IPv4-Adressraum vorhanden sind, die die Adressierung und das Routing von Datenpaketen regeln und die Umstellung auf das IPv6-Verfahren noch Zeit beansprucht. Man rechnet damit, das die IP-Adressen nur noch bis zum März 2011 reichen.

Eine Alternative zur GmbH böte die Gründung einer Genossenschaft, in der auch die Bürgerschaft (Unternehmen und Privathaushalte) eingebunden werden könnten, wie dies bei PPP-Projekten (Public Private Partnership) nicht ungewöhnlich ist. Neben dem Charme des Genossenschaftsmodells, Kunden der Breitband-Kommunikation mit einzubinden, steht auch Pate für eine Vitalisierung gemeinsamen, demokratischen Handelns unter klar definierten ökonomischen Zielen.

Dies wäre ein gutes Signal von Politikern für mehr Bürgerbeteiligung. Für mehr „Kommunale Kooperation“ wirbt auch der erste internationale Fachkongress mit gleichem Namen, der am 25. November 2010 in Gießen stattfindet.

Kooperation intensivieren

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FH-Präsident Prof. Günther Grabatin im Gespräch mit dem Leiter der Gießener Arbeitsagentur Eckart Schäfer, Gunter Ratz vom Hochschulteam der Arbeitsagentur und den FH-Vizepräsidenten Prof. Axel Schumann und Prof. Harald Danne (von rechts).

Gießen, 19. Oktober 2010 – Die Gießener Arbeitsagentur will ihre Beratungstätigkeit für Akademiker und junge Leute, die ein Studium beginnen möchten, ausbauen. Sie will dabei enger mit den Hochschulen der Region zusammenarbeiten. Das ist eines der Hauptergebnisse eines Gesprächs zwischen Prof. Günther Grabatin, Präsident der FH Gießen Friedberg, den Vizepräsidenten Prof. Harald Danne und Prof. Axel Schumann und dem Leiter der Arbeitsagentur Eckart Schäfer.„Wir wollen nicht nebeneinander arbeiten, sondern gemeinsam etwas für die Region tun“, so Danne, der die bisherige Zusammenarbeit der Zentralen Studienberatung der FH und des Hochschulteams der Arbeitsagentur lobte. Besser koordinieren wolle man aber noch die Betreuung der Gymnasien und Fachoberschulen in Mittelhessen.

Ein Kooperationsfeld sehen die beiden Einrichtungen auch in der Weiterbildung. FH und Arbeitsagentur haben bereits gute Erfahrungen mit dem Fortbildungsprogramm „QualifizierungPlus“ gesammelt, in dem arbeitslose Ingenieure über 40 individuell auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet wurden. Ein ähnliches Projekt halten Grabatin und Schäfer auch für Berufstätige, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, für sinnvoll. „Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, dem zunehmenden Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften Rechnung zu tragen“,  so Schäfer.

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FH-Präsident Prof. Günther Grabatin im Gespräch mit dem Leiter der Gießener Arbeitsagentur Eckart Schäfer, Gunter Ratz vom Hochschulteam der Arbeitsagentur und den FH-Vizepräsidenten Prof. Axel Schumann und Prof. Harald Danne (von rechts).

Wir können doch nicht immer nur nach dem Staat rufen.

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Das Auditorium in Heuchelheim (Foto: Wilfried J. Klein)

Arbeitsplätze schaffen – eine gemeinsame Aufgabe von Kommune und Bürgern

Das Thema „Neue Arbeitswelten in Heuchelheim“ führte in der dortigen Turnhalle einen kleinen Kreis interessierter Bürger und Kommunal- verantwortlicher zusammen. Bürgermeister Steinz hatte zu diesem, nicht nur für die Gemeinde Heuchelheim wichtigen Thema eingeladen. Auf dem Podium hatten sich neben dem Bürgermeister, Geschäftsführer Peter Momper von der Klima- und Energieagentur Mittelhessens, Heiko Schuster als ortsansässiger Handwerker, Marco Sankewitz, Teamleiter der Bundesagentur für Arbeit (BA), der Zukunftsforscher Karl-Heinz Thiess (Network-Consulting) und Dr. Heinz-Otto Weber, Geschäftsführer des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Marburg (ifG Marburg) unter der Moderation von Prof. Dr. Wolfgang George (Kooperatives-Mittelhessen) zusammengefunden.

Die Experten waren sich rasch dahingehend einig, dass die absehbaren bzw. bereits eingetretenen Veränderungen der Arbeitswelt auch in Heuchelheim ihren Ausdruck fänden. Lückenlose Erwerbsbiographien würden zukünftig nur noch wenige für sich beanspruchen können, zu groß seien Anpassungsdruck auf Branchen und Anforderungen der (globalisierten) Märkte. Von einer durchaus soliden Ausgangsposition in Heuchelheim ausgehend, dass einen bis heute industriell geprägten Arbeitsmarkt aufweise, müsse man sich auch hier auf die Veränderungen einstellen, betonte Bürgermeister Steinz. Jenseits der großen Betriebe müssten vermehrt kleine und mittelständige Gründungen und Ansiedlungen gelingen.

In der Expertenrunde war man sich rasch dahingehend einig, dass das Thema Energie und hier insbesondere die regional organisierte Energieerstellung und Versorgung eine der großen Chancen für eine nachhaltige Konsolidierung der Arbeitswelt bieten könnte. Erhebliche Investitionen stünden bevor, insbesondere in die bislang noch viel zu kurz gekommene Energieeffizienzerhöhung der Häuser, so Peter Momper. Dieser führte eine Beispielrechnung aus, in welcher allein im Landkreis Gießen eine Investitionssumme von 2 Mrd. € anstünde, wenn alle Häuser entlang der formulierten und verabschiedeten Klimaschutzziele saniert würden.

Solch eine volkswirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Leistung ist nach Ansicht von Heinz-Otto Weber umfassend nur in einem kooperativ-ökonomischen Geschäftsmodell nachhaltig leistbar. Einem mitgliedernutzenbasierten Gemeinschaftsmodell, in dem neben Eigenleistung und nachbarschaftlich-unterstützendem Bürgerengagement auch das Engagement und vielfältige Leistungsangebot der ortsansässigen Handwerker, Dienstleister und anderen mittelständigen Arbeitgebern zum Nutzen aller Beteiligten miteinander verbunden werden müsste. Die gemeinsame Ziel- und Motivationslage führe zu einer förderwirtschaftlichen Zweckgemeinschaft aller Nutzer, für die und ihre Vernetzung mit anderen Projekten die Genossenschaft (eG) die passendste Vereinigungsform sei.

Neben dem Energiethema, sei die Gesundheitswirtschaft und hier insbesondere der Umgang mit den Anforderungen, die sich aus der demographischen Entwicklung, einem weiteren Megatrend mit erheblichen Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitswelt, zu nennen.. Man müsse sich wohl von der bisher als stabil angesehenen Trennung von Lebens- und Arbeitswelt verabschieden. Viele Tätigkeiten – gerade im Dienstleistungsbereich – könnten zunehmend auch aus einem Home-Office betrieben werden. Lange Anfahrten zur Arbeitsstelle entfallen und geringer werdende Löhne bei zugleich steigender Lebensqualität eröffneten neue Alternativen, so der angereiste Zukunftsforscher Karl-Heinz Thiess.

Marco Sankewitz betonte in seinen Ausführungen die Bedeutung der Rückbindung der Arbeit in den regionalen Handlungsraum der Unternehmen und zugleich den Lebensraum der Arbeitssuchenden. Die Optimierung der Zusammenführung der sich hieraus ergebenden Arbeitsmöglichkeiten sei eine wichtige Zielgröße der BA. Genaue Kenntniss der jeweiligen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Arbeitgebern und Arbeitslosen seien hierfür Voraussetzung sowie für gelungene Projekte, die auf allen Seiten Gewinner zurückließen. Das Arbeitsfeld Energiewirtschaft sei exemplarisch gut geeignet die Akteure zusammenzuführen. Das unterstützende Engagement der BA in solchen Projekten sei für ihn selbstverständlich.

Nach der gemeinsam – und unter Einbindung der anwesenden Gäste –vorgenommenen Ausgangsbestimmung galt die zweite Gesprächsrunde den konkreten Möglichkeiten des praktischen Vorgehens in Heuchelheim. Wo und mit wem könne man als erstes anpacken, und wie dabei zugleich bürgerschaftliches Engagement entfachen?
Zwei schon greifbarere Ideen entwickelten sich im Verlauf der nun anschließenden Aussprache zwischen Podiumsgästen und anwesenden Besuchern. Bürgermeister Steinz formulierte hierbei die Überlegung, ob es nicht möglich sei, ein Pilot- oder Modellprojekt rund um das ja bereits existierende „Heuchelheimer Haus“ zu initiieren. Es müsse doch möglich sein, hier unter breiter Einbindung aller potentiell Interessierter aus Bürger- und Handwerkerschaft ein handlungsfähiges Bündnis zusammenzuführen.

Genauso aufgeschlossen zeigten sich alle Anwesenden der Überlegung einen Plan zur bürgernahen, energetischen Sanierung der Häuser und Immobilien Heuchelheims auf den Weg zu bringen. Gerade hier könnten Nachbarschaftshilfe, zu allererst natürlich die betroffenen Immobilienbesitzer selber, Handwerker und eben alle benötigten Gewerke zu einer Interessengemeinschaft und einem gemeinsamen Antritt zusammengeführt werden. Erinnert wurde an den bedeutsamen Sektor der deutschen Wohnbaugenossenschaften, die es bekanntlich in viel schwieriger und sehr kurzer  Zeit nach dem 2. Weltkrieg geschafft hätten, Wohnraum für Millionen Menschen zu erstellen.

Das nächste Treffen wird im September 2010 stattfinden. Der Bürgermeister wird erneut zum Gespräch einladen, die Expertenrunde eine erste Projektskizze als Grundlage zur weiteren Diskussion und dem möglichen Vorgehen vorstellen. Das Wichtigste ist aber, die interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger Heuchelheims zu gewinnen!

Veränderte Zeiten erfordern veränderte Formate

Die Römer hätten das Internet bestimmt genutzt (Foto: wjk)Seine eigenen fachlichen Argumente, Überlegungen und Empfehlungen — neben den bisher geübten Formen wie Ver- öffentlichungen, Vorträgen und der Lehre – Interessierten zur Verfügung zu stellen, war nie einfacher als in Zeiten von Wissenschaft 2.0, wikipedia, twitter oder google.

Mein Entschluss diese Möglichkeiten noch stärker als bisher einzusetzen um so auf die Bedürfnisse derer die als regelmäßige Netzbesucher zu bezeichnen sind abzustellen ergibt sich primär aufgrund der Themen mit denen ich mich beruflich befasse.

Themen — und mit diesen verbundene Anliegen und praktische Projekte — die es geradezu zwingend voraussetzen das sie mit interessierten und engagierten Bürger aber auch anderen Experten diskutiert werden.

Welche Themen sind dies?

1. Regionale Lebensqualitätsentwicklung und die Bedeutung von Gesundheit, Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung
2. Regionale Gesundheits- und Krankenversorgung. Und hierbei insbesondere die Rolle von Patient und Angehöriger
3. Kooperative Ökonomie, als regional ökonomische Paradigmenwende.